28. März 2009 | Drucken | Versenden
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George Mizo, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2001, ist im Jahr 2002 verstorben. Sein Friedensprojekt Dorf der Freundschaft hilft Kriegsopfern in Vietnam.
George Mizo, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2001, ist im Jahr 2002 verstorben. Sein Friedensprojekt Dorf der Freundschaft hilft Kriegsopfern in Vietnam.
Archivbild: Alfred Drossel
BÖNNIGHEIM-HOFEN

Das Vermächtnis von George Mizo erfüllt

Das von dem ehemaligen US-Kriegsveteranen George Mizo gegründete „Dorf der Freundschaft in Vietnam“ ist zehn Jahre alt. Die in Hofen lebende Familie des 2002 verstorbenen Amerikaners will heute die George-Mizo-Stiftung gründen.

Der US-Amerikaner George Mizo, der im Vietnamkrieg gekämpft hatte, flog 1988 nach Vietnam, um mit dem dortigen Veteranenverband über den Aufbau eines Friedensprojekts zu sprechen. Zur Gründung des „Dorfs der Freundschaft“ kam es genau zehn Jahre später.
Die Leitung des Dorfs obliegt dem vietnamesischen Veteranenverband, weitere Unterstützergruppen sind in den USA, Deutschland, Frankreich, Kanada und Japan beheimatet. Mehr als 50 Prozent der Fördergelder kommen aus Vietnam, die restlichen Mittel stammen aus den anderen Ländern. Der Jahreshaushalt liegt bei knapp 300 000 Euro.
Im Dorf der Freundschaft erhalten 120 behinderte Kinder für die Dauer von zwei bis drei Jahren medizinische und therapeutische Hilfe. Der Ort ist zugleich eine Rehabilitationsstätte für ehemalige vietnamesische Kriegsveteranen.
Am 18. März feierte „Dorf der Freundschaft in Vietnam“ sein zehnjähriges Bestehen. „Es war ein langer Weg von da, wo wir nur einen Traum und ein Reisfeld hatten, bis dahin, wo wir heute sind“, sagt die in Bönnigheim-Hofen lebende Rosemarie Höhn-Mizo, die Präsidentin des Internationalen Komitees und Witwe von George Mizo.
Auch in der dritten Nachkriegsgeneration, 32 Jahre nach dem offiziellen Ende des Krieges, gibt es immer noch Kinder mit Chromosomenveränderungen, Missbildungen und Behinderungen. Daher ist die Arbeit der Einrichtung wichtiger denn je.
Sitz des Vereins „Dorf der Freundschaft“ ist Hofen. Er erfüllt das Vermächtnis des bis zu seinem Tod am 18. März 2002 dort lebenden Vietnamveteranen George Mizo. 20 Jahre nach seinem eigenen, verletzungsbedingten Abzug unmittelbar vor der Tet-Offensive wollte er in Vietnam nach all dem dort angerichteten „Bullshit“ etwas Gutes und Sinnvolles tun.
Die Botschaft von George Mizo lautete immer wieder „You can make a difference“. Damit brachte er zum Ausdruck, dass er in der Gestaltungskraft des Einzelnen den Unterschied sah, ob etwas geschieht und entsteht oder nicht.
Diese Botschaft soll auch auf dem Weg der Stiftungsgründung und der Suche nach zahlreichen Mitstiftern leitend sein. So wie George Mizo trotz zahlreicher Beschwernisse nie von seiner Idee des Dorfs der Freundschaft abließ, werde auch der Weg zu einer gleichnamigen Stiftung gelingen, betont Rosemarie Höhn-Mizo, die von ihrem Sohn Michael Mizo unterstützt wird.
Nach jahrelanger Auseinandersetzung wurde von den US-Behörden mittlerweile offiziell anerkannt, dass der Tod von George Mizo „im Zusammenhang mit seinem Militärdienst“ stand. Die jetzt bezahlte Entschädigung soll Grundstock für die Stiftung sein. Weitere Zustifter werden gesucht. Die Gründungsfeier findet heute um 16 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bönnigheim statt.

Alfred Drossel
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