
Internet-Erpresser verstärkt aktiv
Im Landkreis Ludwigsburg häufen sich die Erpressungsfälle durch sogenannte GVU-Trojaner. Beim Surfen im Internet erscheint dabei eine scheinbare Warnmeldung: „Auf Ihrem Computer wurden illegal heruntergeladene Medien (Raubkopien) gefunden.“ Dieser Text wird vom infizierten Computer eingeblendet – und blockiert diesen.
Angeblich stammt die Meldung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). In der Meldung wird behauptet, der Nutzer sei „verpflichtet“, eine Mahngebühr in Höhe von 100 Euro oder mehr zu bezahlen. Erst dann werde der Computer wieder freigegeben. Auf dem Bildschirm ist ferner zu lesen, der Betrag solle per Paysafe- oder Ukash-Karte bezahlt werden, wie sie an Tankstellen oder Kiosken verkauft werden. Für Kriminelle ist diese Zahlmethode sehr attraktiv, da der Weg des Geldes nur schwer verfolgt werden kann. Der Nutzer, verlangen die Betrüger, solle die PIN der Guthabenkarte in ein Formular innerhalb der Warnmeldung eingeben, um die Blockade seines Computers aufzuheben. Natürlich halten die Täter ihr Versprechen nicht, der PC bleibt auch nach der Zahlung blockiert.
Was ist zu tun?
Weder das BSI noch die GVU sind Absender einer solchen Meldung. Die Polizei rät allen betroffenen Internet-Nutzern, die geforderte Gebühr unter keinen Umständen zu bezahlen und stattdessen Anzeige zu erstatten.
Wie wird der Trojaner aktiv?
Trojaner können überall zuschlagen. Schon der Besuch einer infizierten Seite kann genügen. Denn das Schadprogramm verbreitet sich hauptsächlich über Werbebanner auf Internetseiten. Besucht ein Surfer die manipulierte Seite, wird der Download des Trojaners für den Benutzer unbemerkt gestartet.
Wie kann man sich schützen?
Die Installation eines Virenscanners mit aktuellen Signaturen ist Grundvoraussetzung, um das Risiko einer Infektion zu begrenzen. Generelle Informationen zum Schutz vor Schadsoftware können auf der Webseite des BSI unter www.bsi-fuer- buerger.de/Schadprogramme und der Polizei unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet.html abgerufen werden.