07.08.2012

Toter im Wohnheim: 30-Jähriger gesteht schwere Schläge

Am Sonntagabend hat er sich der Polizei gestellt und im Anschluss auch gleich gestanden, das Opfer nach einem Alkoholgelage heftig geschlagen zu haben. Damit steht der Fall aus Hoheneck kurz vor der Aufklärung.

Nach dem Fund einer Leiche in einem Wohnheim in der Uferstraße am vergangenen Freitag hat die von der Kriminalpolizei Ludwigsburg gebildete Sonderkommission (Soko) „Neckar“ weitere Ermittlungsergebnisse erzielt. Nachdem zunächst die Identität des Tatverdächtigen ermittelt worden war – es handelt sich um einen 30-Jährigen aus der Obdachlosenszene, der zeitweise ebenfalls in Ludwigsburg gewohnt hat – intensivierte die Soko ihre Fahndung über das vergangene Wochenende massiv.

Neben Befragungen in seinem Familien- und Bekanntenkreis wurden sämtliche Kontaktadressen und mögliche Hinwendungsorte des Mannes überprüft, wobei sich die Hinweise auf einen Aufenthaltsort im Stadtgebiet Heilbronn verdichteten und die Fahndung dort verstärkt wurde.

Vermutlich aufgrund dieses Drucks stellte sich der 30-Jährige am Sonntag der Heilbronner Polizei. Noch am gleichen Abend wurde er nach Ludwigsburg gebracht und dort vernommen. Dabei räumte er ein, mit dem späteren Opfer und einer weiteren Person am Freitag, 27. Juli, in Ludwigsburg erhebliche Mengen Alkohol getrunken zu haben.

Später hätten das Opfer und der Tatverdächtige gemeinsam in dem Zimmer des Wohnheims weitertrinken wollen. Wegen einer Meinungsverschiedenheit sei er aber derart in Rage geraten, dass er den 47-jährigen Mann zunächst mit Faustschlägen traktiert und anschließend mehrmals mit einem Stuhl auf den Kopf des Opfers eingeschlagen habe. Weitere Angaben machte der 30-Jährige bisher nicht.

Nach den ersten Ergebnissen der heute durchgeführten Obduktion des Leichnams waren die Schläge mit dem Stuhl auf den Kopf des Opfers bereits tödlich. Bislang war zudem immer von Messerstichen die Rede. Dazu konnten Staatsanwaltschaft und Polizei gestern aber keine weiteren Angaben machen.

Klar ist mit diesem Geständnis auch: Der Tote lag eine Woche in seinem Zimmer in der Unterkunft in der Uferstraße, ohne das dies bemerkt wurde. Erst dann wurde der Verwesungsgeruch so stark, dass sich die anderen Bewohner gestört fühlten und die Hausverwaltung alarmierten. Am vergangenen Freitag wurde das Opfer dann in seinem Zimmer aufgefunden.

Wie sich im Laufe der Ermittlungen am Wochenende außerdem herausgestellt hat, verübte der 30-Jährige offenbar eine weitere Gewalttat. Mit einem Bekannten trank der Tatverdächtige in der Nacht zum 4. August in Heilbronn-Böckingen zunächst gemeinsam Alkohol. Plötzlich schlug er unvermittelt und grundlos auf den 27-Jährigen ein und traktierte diesen mit den Füßen, als er bereits am Boden lag.

Erst als eine Gruppe unbekannter Jugendlicher hinzukam und den 30-Jährigen auch körperlich anging, ließ dieser von seinem verletzten Opfer ab. Der 27-Jährige musste in einem Krankenhaus behandelt werden, der Tatverdächtige wurde leicht verletzt.

Die Soko „Neckar“ bittet die Jugendlichen, die dem 27-Jährigen zur Hilfe eilten, sich unter der Telefonnummer (0 71 41) 1 89 zu melden.

Am gestrigen Montag wurde der 30-Jährige dem Haftrichter vorgeführt, der den bereits bestehenden Haftbefehl in Vollzug setzte. Der Tatverdächtige wurde daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen. (red)

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