Die Zeit vergeht immer schneller, jetzt ist schon wieder Advent!“ Ähnliches höre ich dieser Tage häufiger. Geht es Ihnen auch so? Gerade in der Vorweihnachtszeit scheint es uns besonders aufzufallen. Es ist zwar viel passiert seit dem vergangenen Weihnachten. Doch dass sich wieder ein Jahr dem Ende zuneigt, ist in unserer subjektiven Wahrnehmung ein wichtiger Faktor.
Nach christlichem Verständnis beginnt am morgigen ersten Advent eine Zeit der Besinnung. Doch unsere hektische Gesellschaft lebt das Gegenteil. In vielen Arbeitsstätten wird es deutlich betriebsamer. Im Einzelhandel läuft das Weihnachtsgeschäft, von Firmen wird die Abarbeitung der Aufträge noch in diesem Jahr erwartet – und zum Schluss steht in der Finanzwirtschaft der Jahresabschluss an. Zeit der Besinnung – Adventsstimmung kommt da wenig auf.
Wie könnte sie sich bei mir einstellen, diese Adventsstimmung? Nicht die vielen äußerlichen Bemühungen um die Adventsstimmung sind entscheidend, sondern dass es mir gelingt, eine Spannung des Wartens aufzubauen. Und zwar indem ich bescheidener und ruhiger lebe, als sonst. Erst wenn sich das Leben verlangsamt, wird der Advent zur Zeit des Wartens und am Ende des Aufmachens.
Wie soll das gehen? Wer kann von sich selbst behaupten, dass er sich ganz von den Zwängen und der Hektik dieser Zeit freimachen kann.
Und doch kann es gelingen, an wenigstens einem Abend in der Woche Stille einkehren zu lassen. Ohne Fernsehen und ohne Internet, eine Kerze anzuzünden und einfach nichts zu tun.
Was es Ihnen bringt? Vielleicht die Frage, worauf wir im Advent eigentlich warten!
Bernhard Wandel
Diakon und Vorstand der Stiftung Ev. Altenheim Ludwigsburg
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