Domäne monrepos
Ludwigsburg | 14. November 2013

„Das ist genau das Richtige für uns“

Baiersbronn, Meersburg, Ludwigsburg: Die Familie Finkbeiner expandiert – Ralph und Katrin Hosbein als Betreiber vor Ort

Friedrich Herzog von Württemberg (ganz rechts) mit der Familie Finkbeiner bei der Pressekonferenz: Heiner und Renate Finkbeiner mitden Söhnen Matthias und Sebastian sowie Tochter Antonia (von rechts).

Friedrich Herzog von Württemberg (ganz rechts) mit der Familie Finkbeiner bei der Pressekonferenz: Heiner und Renate Finkbeiner mitden Söhnen Matthias und Sebastian sowie Tochter Antonia (von rechts).

Foto: Ramona Theiss

Friedrich Herzog von Württemberg strahlte gestern mit Heiner Finkbeiner um die Wette, und er hatte allen Grund dazu: Wie berichtet, übernimmt die Familie Finkbeiner, die im Baiersbronner Tonbach die Traube betreibt, mit ihrer Betreibergesellschaft ab dem 1. Januar die Pacht für Schlosshotel, Seeschloss Monrepos und die Gutsschenke. „Eine Generation Hoteliers geht zu Ende“, sagte Herzog Friedrich, doch ohne Wehmut: Mit Renate und Heiner Finkbeiner und ihren Kindern habe man erfahrene Gastronomen, die Catering wie Hotel wie Restaurant beherrschten. „Eine ideale Kombination“, sagte der Hofkammerdirektor Henrik M. Lingenhölln.

Damit ist das Flagschiff Monrepos, das Finkbeiner und seine Frau nach eigenem Bekennen beim ersten Besuch vor einigen Monaten spontan begeisterte („Es ist ein Traum. Das muss man fühlen“), wieder in ruhige Fahrwasser geraten. Und nimmt kräftig Fahrt auf, wie Heiner Finkbeiner sofort klar machte. Das Haus sei „hervorragend geführt“, jetzt sei es an der Zeit, das Ensemble weiterzuentwickeln. Konkret heißt dies: Das in die Jahre gekommene Schlosshotel aus den späten 1960ern und frühen 1970ern wird ab Herbst 2014 komplett saniert und energetisch auf neuesten Stand gebracht. Die 81 Zimmer und Suiten sollen entkernt und modernisiert werden. Auch der Wellnessbereich wird umfassend renoviert. Ab Frühjahr 2015 soll das Haus in neuem Glanz erstrahlen. Offizielle Zahlen wurden nicht genannt, die Rede ist jedoch von Kosten von rund fünf Millionen Euro.

Und die Familie Finkbeiner, die sich bei ihrem ersten öffentlichen Termin als gut gelaunte und kompetente Einheit präsentierte, hatte noch eine gelungene Überraschung im Gepäck. Neue „Gastgeber vor Ort“, wie Finkbeiner es formulierte, werden Katrin und Ralph Hosbein, die bis vor kurzem das Fünf-Sterne-Hotel Columbia in Travemünde leiteten. Im September hatte Hosbein nach sieben Jahren gekündigt, mit damals noch unbekanntem Ziel. Die beiden haben einen sieben Monate alten Sohn. Mit 71 Zimmern ist das Columbia ähnlich groß wie das Schlosshotel, aber Finkbeiner hat eine weitere Gemeinsamkeit mit Hosbein. Der hat mit Kevin Fehling im hoteleigenen Restaurant La Belle Epoque einen Drei-Sterne-Koch aufgebaut und gehütet, ähnlich wie Finkbeiner mit Harald Wohlfahrt in seiner Schwarzwaldstube.

Nach langen Jahren der Geschäftsführung durch Lothar Gruber, Wolfgang Haenisch und ab 1996 durch die Klett & Neises GmbH hatten erst der Tod von Birgit Klett 2010 und dann der Weggang von Harald A. Neises zwei Jahre später für Unruhe gesorgt. Auch dessen Nachfolger als Küchendirektor im Schlosshotel und Gutsschenke, Harald Schwarz, war nicht lange geblieben. Einen neuen Küchenchef wollte Heiner Finkbeiner gestern auf Nachfrage nicht benennen, sagte aber, es werde sicher eine Änderung geben: „Ich bin kein Freund von halben Sachen.“ Angestrebt werde kein Drei-Sterne-Restaurant, sondern ein Gourmetrestaurant, das „regionale Produkte bestens darstellt“.

Alle derzeit 80 Mitarbeiter würden übernommen, sofern sie dies wünschten, betonte Finkbeiner gestern. Das Personal soll allerdings mit Kräften aus Baiersbronn ergänzt werden, Sebastian Finkbeiner sprach von Synergien. Er ist eines von drei der insgesamt vier Kinder, die in den Familienbetrieb mit eingestiegen sind und die Tradition, die 1789 in Tonbach mit Tobias Finkbeiner begann, weiterführen und ausbauen. So sei „der Gästekreis sehr aufgeregt“, berichtete er, das Personal werde sich an beiden Standorten unterstützen. So soll auch die Ausbildung neu gestaltet werden, mit Zeiten in jeder Einrichtung. In Baiersbronn beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben 350 Mitarbeiter, in Meersburg sind es inklusive Aushilfen rund 20, 80 kommen nun aus Ludwigsburg dazu.

Damit hat die Familie Finkbeiner ihr kleines Imperium, ergänzt durch den Betrieb des Schlosses Meersburg, ausgeweitet. Zuständig für den Bodensee ist insbesondere Matthias Finkbeiner, der betonte, wie er sich auf das neue Projekt freue. Denn am Monrepos ist das Veranstaltungscatering, ob Klassik Open Air oder das Bespielen des Seeschlosses, ein Schwerpunkt. „Wir haben da schon gute Erfahrungen gemacht.“ In Meersburg steht das Catering für Veranstaltungen ebenfalls im Zentrum.

Wie Heiner Finkbeiner am Rande erwähnte, war Monrepos das zehnte Objekt, das sich die Familie auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern angeschaut hatte. Die Liebe kam sofort, und Renate Finkbeiner kam gestern fast ins Schwärmen: „Ich habe mich verliebt in das Hotel.“ Die Lage im Grünen, die Kombination mit Golfclub, Weingut, See, Parkanlage und Reitverein sei ideal: „Es ist so ein schönes Areal.“ In Tonbach ist sie auch zuständig für das Online-Marketing, das sie am Monrepos ebenfalls ausbauen möchte. Lächelnd fügte sie hinzu, die Familie profitiere auch in anderer Hinsicht: Mutter und Tochter reiten, Sohn angelt, Vater spielt Golf. Heiner Finkbeiner ergänzte: „Das ist genau das Richtige für uns.“

Neben dem Schlosshotel steht der Hofkammer ein weiterer Umbau ins Haus. Denn das Weingut wird ab Oktober 2014 den Geschäftsbereich Liegenschaften und Immobilien der Hofkammer aufnehmen und wird in einem Teilbereich entkernt und zu Büros umgebaut. Die Immobilienverwaltung war die vergangenen zehn Jahre im Scharnhauser Park (Ostfildern im Kreis Esslingen) untergebracht. Das 140 Hektar große Areal dort befand sich ursprünglich ebenfalls im Besitze des Hauses von Württemberg und wurde nach dem Wegzug der amerikanischen Streitkräfte über Jahre zu einem Wohngebiet mit Stadtbahnanschluss umgebaut.

von janna werner
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