MARKGRÖNINGEN | 06. Juni 2008

„Die Musik stärkt das Selbstbewusstsein“

Mit Musik will die August-Hermann-Werner- Schule ihre Schüler fördern. Deshalb hat sie eine Neigungsgruppe Musik in den Unterricht integriert. Jetzt wurde die Schule beim Wettbewerb „Unsere Schule rockt“ des Landes Baden-Württemberg für ihr pädagogisches Angebot ausgezeichnet.

Bild: Michael Fuchs

Die August-Hermann-Werner- Schule unterrichtet Schüler, die wegen ihrer körperlichen Behinderung eine sonderpädagogische Förderung benötigen.
In sogenannten Neigungsklassen haben die Kinder die Möglichkeit, zusätzlich zum Pflichtunterricht Schach-, Mathe- oder Sportkurse zu belegen. „Das soll den Kindern dabei helfen, ein Hobby zu finden“, sagt Lehrer Steffen Zimmermann, der die Neigungsgruppe Musik gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Meissel leitet.
Acht Schüler haben sich für die Neigungsgruppe Musik entschieden. Mittwochnachmittags treffen sie sich mit ihren Lehrern im Musikraum.
Hier gibt es alle Instrumente, die einen Song so richtig rockig machen: verschiedene Rhythmusinstrumente wie Trommeln, Kongas oder Rasseln, zudem Schlagzeug, Keyboard, E-Gitarre. Begleitet werden sie von ihren Lehrern am Bass und an der Akustikgitarre sowie von Erzieherin Hannah Guth an der Querflöte.
2006 konnte die Schule das professionelle Equipment durch eine Spende über 9000 Euro der Markgröninger Firma Kälte Eckert erwerben. Auch der Faschingsverein Leck’s Fiedle spendete einen Betrag von 400 Euro.
„Die Musik und die Auftritte stärken das Selbstbewusstsein und das Konzentrationsvermögen der Schüler“, hat Steffen Zimmermann beobachtet. „Außerdem wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt, sie müssen Regeln und Abläufe beachten und den anderen zu Wort kommen lassen.“
Natascha hat schon drei Jahre lang in einem Chor gesungen. „Seitdem weiß ich: Musik ist mein Leben“, sagt die Sängerin der Neigungsgruppe, die sich selbst Schulband nennt.
Tatsächlich scheint sie in eine andere Welt zu versinken, wenn sie am Mikrofon steht und mit Claudio den Song „Hallo, wir sind die Schulband“ singt. Das Lied hat sich zu einer inoffiziellen Schulhymne entwickelt.
Im Vordergrund steht für alle, dass sie sich als Gemeinschaft begreifen: „Eine Band gründet man, um zusammen Musik zu machen“, betont Natascha. „Wir sind keine Konkurrenten. Jeder soll etwas zum Lied beitragen“, ergänzt Christoph.
Und so freut sich Natascha darüber, dass die Schulband sie als Sängerin akzeptiert hat – „manchmal treffe ich die Töne nämlich ein bisschen schief“, räumt sie selbstkritisch ein.
Die Sängerin gesteht, dass sie vor Konzerten ganz schön nervös ist: „Ich renne rum, ich schwitze, das ist eine Katastrophe. Aber wenn’s losgeht, ist das alles weg.“ Das Gefühl bei einem Auftritt bezeichnet sie als „Adrenalin-Kick“.
In einem sind sich die Jungen und Mädchen einig: „Wir mögen uns. Sonst würden wir nicht jeden Mittwoch hierher kommen.“ Gerne würden sie öfter proben. „Am liebsten freitagmorgens, wenn wir Mathe haben“, lacht Natascha.
Die Schüler haben einen großen Wunsch: Bisher hatten sie nur Konzerte in der August-Hermann-Werner-Schule. „Wir würden auch gerne mal außerhalb unserer Schule auftreten“, sagt Trommlerin Jasmin.

Frank Klein
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