ASPERG | 22. August 2008

„Man profitiert auch vom Ehrenamt“

Das erste Kleeblatt-Heim in Asperg eröffnete vor 16 Jahren. Es wurde ein so großer Erfolg, dass im vergangenen Jahr ein zweites Pflegeheim mit 30 Plätzen und 16 betreuten Wohnungen in Betrieb genommen wurde. Eine wichtige Stütze der beiden Häuser ist der Förderverein, der 1993 gegründet wurde.

Bild: Alfred Drossel

Die beiden Pflegeheime wurden bewusst mitten im Ort gebaut. Zuvor gab es in Asperg keinen Platz für Senioren, die pflegebedürftig wurden. In hohem Alter mussten sie sich noch einmal an eine neue Umgebung gewöhnen – etwa in Mosbach im Odenweald. „Nach Mosbach ziehen war hier früher ein fester Begriff“, erinnert sich Horst Krank vom Förderverein.
„Wir wollen dem Leben zu Hause so nahe wie möglich kommen und individuell auf die Wünsche der Bewohner eingehen“, beschreibt Geschäftsführer Walter Lees das Konzept der Kleeblatt gGmbH. Ziel sei es, das soziale Umfeld der alten Menschen zu erhalten.
Die Bewohnerin Paula Fromm bestätigt, dass dieses Konzept aufgeht. Die 99-jährige Vaihingerin kam schon in jungen Jahren nach Asperg. Sie bekommt regelmäßig Besuch von ihrer Familie und ehemaligen Nachbarn.
Bei ihrer Arbeit können die beiden Pflegeheime auf die Unterstützung des Asperger Kleeblatt-Fördervereins vertrauen. Die ehrenamtliche Organisation wurde 1993 gegründet und hat etwa 80 Mitglieder. Der Förderverein sammelt Spenden und finanzierte Blumenschmuck, eine Mikrofonanlage oder einen Therapiegarten.
Die Mitglieder gehen mit den Bewohnern spazieren, dekorieren das Pflegeheim der Jahreszeit entsprechend, organisieren Spiele- und Kaffeenachmittage, lesen aus der Zeitung vor und gehen mit den Senioren in der „Neuen Mitte“ einkaufen. „Oder sie sitzen einfach nur da und hören zu“, sagt Krank. Schüler helfen an Wochenenden für ein Taschengeld aus. Auch eine wöchentliche Andacht organisiert der Verein.
Walter Lees bezeichnet dieses Engagement als „weiche Faktoren, die die Lebensqualität fördern.“ Das Kleeblatt könne diese Leistungen nicht aus eigenen Mitteln bezahlen, betont der Geschäftsführer.
„Wir haben das Haus gegründet, um alten Menschen zu helfen. Dem muss sich alles unterordnen“, sagt Lees. Durch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein öffne man das Pflegeheim Menschen, „die sich nicht dem Kleeblatt, sondern den Senioren verbunden fühlen“. Der Förderverein übe eine Kontrollfunktion aus, auch wenn das natürlich nicht im Vordergrund stehe.
Isolde Schmitt engagiert sich aus Überzeugung ehrenamtlich. „Die Arbeit macht einfach Freude.“
Bei Koch- und Backaktionen können sich die Bewohner auch aktiv einbringen. „Viele haben ihr Leben lang mit ihren Händen gearbeitet und wollen weiterhin etwas machen“, weiß Krank.
Die Mitglieder des Fördervereins bringen viel Freizeit für ihre Tätigkeit ein: „Aber man profitiert auch vom Ehrenamt“, betont Krank. Isolde Schmitt stimmt ihm nickend zu.
Info: Wer sich im Förderverein einbringen will, erhält unter Telefon
(0 71 41) 70 24 60 35 weitere Informationen. Pflegerische Tätigkeiten übernehmen die Ehrenamtlichen nicht.

Frank Klein
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