


Armadio della vergogna, „Schrank der Schande“, nennen die Italiener einen Büroschrank in dem Palazzo Cesi in Rom, dem Sitz der dortigen Militäranwaltschaft.
1960 wurden dort auf Weisung des damaligen Militärstaatsanwalts rund 700 Untersuchungsakten zu deutschen Kriegsverbrechen in Italien von 1943 bis 1945 mit zahlreichen Angaben zu den Tätern „archiviert“. Erst 1994 wurde der Schrank, der mit der Tür zur Wand in einem Keller stand und zusätzlich durch ein Eisengitter gesichert war, geöffnet. Heute sind sich die Historiker einig, dass die Akten versteckt wurden, um die Integration Westeuropas in die Nato nicht zu gefährden. Kurt Schrimm von der Zentralen Stelle Ludwigsburg sprach einmal von einer „Schlussstrichmentalität“ nach den Fünfzigern in Italien.
Nach 1994 fanden in Italien zahlreiche Prozesse wegen Massakern an Zivilisten, der Deportation und Ermordung von Juden oder der Misshandlung und Ermordung von Kriegsgefangenen, statt, häufig in Abwesenheit der Täter. Nach deutschem Recht ist dies nicht möglich. (ja)






Wählen Sie eine oder mehrere der folgenden Suchoptionen aus:
Interessiert Sie ein Thema ...
das Sie schon immer in der Zeitung lesen wollten? Gibt es in Ihrem Ort im Landkreis Ludwigsburg etwas, was sich die Redaktion genauer anschauen sollte?
Dann schreiben Sie uns, wir gehen der Sache nach.
