Ludwigsburg | 12. Mai 2017

Ausbau der Schulsozialarbeit geht weiter

Manchen Stadträten geht die Ausstattung mit Zusatzkräften nicht weit genug – Erneut Forderung nach mehr Engagement des Landes

Knapp ein Jahr nach dem Beschluss zu vier weiteren Halbzeitstellen zur Schulsozialarbeit hat die Stadt nun die Trägerschaft geklärt. So wird am Grundschulcampus (zwei Grundschulen) sowie am Innenstadtcampus mit drei Gymnasien von einer halben auf eine ganze Stelle aufgestockt. Die Osterholzschule bekommt eine eigene halbe Stelle, an der Hirschbergschule (Grund- und Werkrealschule) gibt es zukünftig statt einer halben Stelle eine Vollzeitstelle für das Schulzentrum.

Der erste Schritt des Ausbauplans, der im Juli 2016 verabschiedet wurde, wurde im Sozialausschuss am Mittwoch einhellig begrüßt. Dass sich die Stadt entschieden hatte, vorhandene Netzwerke mit DRK, Karlshöhe, CVJM und dem Trägerverein Bildungszentrum West zu nutzen und auszubauen, kam ebenfalls gut an.

Grünen-Stadträtin Elfriede Steinwand lobte „die echte Trägervielfalt“ mit insgesamt sieben Institutionen in der Stadt (siehe rechts). Die Sozialarbeiterin betonte, die Präventionsarbeit vor Ort sei zentral für die Schulen und wichtiger als soziale Gruppenarbeit. Auch Hubertus von Stackelberg (SPD) lobte die Arbeit als „ganz zentralen Punkt der Schullandschaft“.

Seinen Verweis, dass die Stellen bald umgesetzt werden mögen, hatte CDU-Rat Claus-Dieter Meyer trotz allen Lobes über die gute Lösung zuvor in Kritik an der langen Zeit verpackt: Im Beschluss war der Beginn aller Stellen eigentlich für den 1. Januar 2017 gesetzt worden. „Das möchten wir rügen und hinterfragen.“ Wie die Fachbereichsleiterin Bildung und Familie, Renate Schmetz, sagte, sei man im Zeitplan nach dem Ja des Regierungspräsidiums. Warum dann zunächst der 1. Januar avisiert worden war, erläuterte sie nicht.

Analog zur Grünen-Fraktion forderte die FW-Stadträtin Gabriele Moersch mehr Ausbau, „pro Schule mindestens einen Schulsozialarbeiter“, bezog sich damit aber vor allem auf die Gymnasien. Durch Familie, G 8 oder die Ansprüche stiege die Belastung der Schüler. Damit erneuerte sie ihre Forderung, den drei Gymnasien im Innenstadtcampus (jetzt 1,5 Stellen) je eine Schulsozialarbeiterstelle zuzusprechen. Derzeit sei das Verhältnis Schülerzahl – Sozialarbeit „absolut unterirdisch“.

Ihre Kritik an der Zurückhaltung des Landes, die die Sozialarbeit seit 2012 fördert, den Kommunen jedoch die finanzielle Hauptlast überträgt, reflektierte auch FDP-Rat Johann Heer: „Das ist ursprünglich eine Landesaufgabe.“

Im weiteren Programm sollen die beiden Gemeinschaftsschulen in der Innenstadt und im Osten auf 1,5 Stellen gesetzt werden. Dadurch verliert die Kerner-Schule eine halbe Stelle, während die Innenstadt eine weitere erhält. Ob dies mit den niedrigen Anmeldezahlen (siehe oben) Bestand hat, ist unklar. Ab 2019 sollen die Grundschulen in Oßweil, Pflugfelden, Hoheneck, Poppenweiler und die neue Grundschule im Osten je eine halbe Stelle Schulsozialarbeit erhalten – nach Willen der Stadt mit freien Trägern.

von janna werner
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