
Baustelle verärgert Busfahrgäste

20 000 Autos fahren im Schnitt durch die Wilhelmstraße, dazu kommen noch etwa 1000 Busse. „In den Ferien ist der Verkehr halbiert, da bieten sich solche Arbeiten an“, sagt Baubürgermeister Hans Schmid über die Baustelle mitten auf der Kreuzung Wilhelmstraße/Arsenalstraße. Doch auch in den Ferien läuft eine solche Baustelle nicht ohne Probleme ab. „Das ist einfach eine ganz blöde Ecke“, gibt Hans Schmid zu.
Unter der nun halbseitigen Verkehrsführung leiden vor allem die Busfahrgäste. Weil es am Dienstag bis zu 30-minütigen Verspätungen kam (wir berichteten), fahren die Busse nun außen rum, wie es auch bei Festen üblich ist. Die Haltestellen Arsenalplatz, Rathaus, Residenzschloss entfallen. Umleitung über Uhlandstraße, Abelstraße, Heilbronner Straße, Schorndorfer Straße, Stuttgarter Straße und Leonberger Straße vom und zum Bahnhof.
Bei den Ludwigsburger Verkehrslinien stand deshalb am Dienstag das Telefon nicht still. Viele Fahrgäste haben sich auch bei unserer Zeitung gemeldet (siehe Leserbriefauswahl unten). „Wie kommen wir zur Weinlaube?“ „Ich kann meine Einkäufe nicht vom Wochenmarkt zum Bahnhof schleppen.“ „Für Gehbehinderte ist die Innenstadt nicht mehr erreichbar.“ Der Ärger über die Folgen der Baustelle ist groß. Vor allem, weil der ganze Spuk noch bis zum Ende der Sommerferien dauern soll. „Es ist eine schwierige Baustelle, weil an der Stelle im Boden sehr viele Leitungen liegen“, erklärt Ingenieur Peter Danylak von den Stadtwerken.
Doch trotz alledem bleiben die wütenden Reaktionen nicht ohne Folge: im Laufe des gestrigen Nachmittags haben die Verantwortlichen ein Maßnahmenpaket geschnürt: Zuerst wird die Baustellenampel anders eingestellt. „Das gibt aber nur Einsparungen im Sekundenbereich“, versucht Danylak die Erwartungen zu dämpfen. Die vielen Fußgängerampeln in der Wilhelmstraße erschweren die Situation zusätzlich. Deshalb soll die Ampel vor der Buchhandlung Aigner während der Bauphase abgeschaltet werden. Weil die Rechtsabbieger in die Körnerstraße den Verkehrsfluss bremsen, und dadurch während der Bauzeit den Rückstau weiter verlängern, soll zeitweise eine Rechtsabbiegespur eingerichtet werden.
Wenn diese Maßnahmen umgesetzt sind, könnten die Busse – so die Hoffnung – wieder über die Wilhelmstraße fahren. Ronald Bäuerle, Geschäftsführer der LVL, gibt das Ziel vor: „Wir setzen alles daran, dass wir ab Samstag wieder durch die Wilhelmstraße fahren können.“