

Freiberg. Frauen seien durchaus in der Lage, Berufe in Handwerk und Technik auszuüben, betont Martina Ehrlich, Mitarbeiterin des Projekts Praxis-Parcours. Schließlich habe die fortschreitende Automatisierung das Anforderungsprofil vieler Tätigkeiten verändert. „Heutzutage ist weniger körperliche Arbeit gefragt, sondern eher Feinmotorik, Geduld und Genauigkeit.“ Und diese Eigenschaften seien bei Mädchen häufig stärker ausgeprägt als bei Jungen.
Laut Ehrlich entscheiden sich aber immer noch lediglich rund zehn Prozent der jungen Frauen für einen Beruf im handwerklichen oder technischen Bereich. Beliebt seien vor allem Ausbildungsgänge wie Friseurin, Erzieherin oder Kinderkrankenschwester, „obwohl die Verdienstmöglichkeiten in diesen Berufen schlechter sind“.
Der Praxis-Parcours, der am Dienstag in der Stadthalle stattfand, bietet jungen Frauen Gelegenheit, in die Welt der Technik hineinzuschnuppern. An 20 Stationen können die Achtklässlerinnen der Werkrealschule und der Realschule der Oscar-Paret-Schule bohren, hämmern und sägen. „Für viele von ihnen ist das eine neue Erfahrung“, sagt Ehrlich. Der Praxis-Parcours soll nicht zuletzt den Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichen.
An den einzelnen Stationen werden verschiedene Berufe vorgestellt. Die Schülerinnen müssen kleine Aufgaben und Übungen absolvieren und können so herausfinden, ob sie über die erforderlichen Fähigkeiten für die jeweilige Tätigkeit verfügen. Sägen und Schleifen eines Schlüsselanhängers aus Holz etwa vermitteln erste Einblicke in den Schreinerberuf.
Sie finde das Angebot gut, sagt Jessica, „wir können hier etwas über unsere Stärken und Schwächen herausfinden“. Einen technischen Beruf will sie aber nicht erlernen. „Ich würde lieber in einer Apotheke arbeiten.“ Auch ihre Freundin Vanessa kann sich eine handwerkliche Tätigkeit nur schwer vorstellen. „Schrauben zusammenzusetzen liegt mir nicht so.“
Mimoza hat Spaß auf dem Praxis-Parcours. „Aber ich will Arzthelferin werden. So eine Männerarbeit würde ich nicht machen wollen.“ Andere junge Frauen sehen das genauso.
Alea will eine Ausbildung im sozialen Bereich oder in einem Reisebüro machen. Dass Frauen keine technischen Berufe ausüben können, glaubt sie aber nicht. „Feinarbeiten bekommen sie besser hin als Männer.“






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