
Bombendrohung legt Bahnhof lahm

Ludwigsburg. Eine anonyme Bombendrohung hat gestern den Bahnverkehr in Ludwigsburg zum Erliegen gebracht und die Einsatzkräfte in Atem gehalten: Von einer Telefonzelle aus rief um 13.22 Uhr ein bisher unbekannter Mann bei der Polizei an und drohte damit, im Ludwigsburger Bahnhof eine Bombe zu legen.
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Die Polizei reagierte sofort und evakuierte den Bahnhof, Geschäfte und angrenzende Gebäude. Davon war auch die Firma Nestlé betroffen, wo 70 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz räumen mussten. Rund um den Bahnhof drängten sich Menschen an den Absperrbändern.
Von 13.35 Uhr bis 14.15 Uhr wurde der Zugverkehr komplett eingestellt. Erst als bei der Durchsuchung von Bahnsteigen und Gleisen mit Spürhunden kein Sprengsatz gefunden wurde, konnten ab 14.15 Uhr wieder Züge den Bahnhof passieren. „Im Bahnverkehr ist es zu einigen Verspätungen und Teilausfällen gekommen“, sagte eine Sprecherin der Bahn. S-Bahn-Fahrgäste nach Ludwigsburg mussten beispielsweise in Kornwestheim aussteigen und per Linienbus weiterfahren. Einen Schienenersatzverkehr hat die Bahn nicht eingerichtet. Bei der weiteren Durchsuchung des Bahnhofs sowie der Geschäfte wurde kein verdächtiger Gegenstand gefunden, so dass die Polizei um kurz nach 15 Uhr Entwarnung gab.
Von der Sperrung war gleichermaßen der Zentrale Omnibusbahnhof betroffen, was sich auf den Busverkehr ausgewirkt hat. Die Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL) haben zusätzliche Busse eingesetzt, die aber wegen Verkehrsbehinderungen im Stau standen, so ein LVL-Sprecher.
Über den anonymen Anrufer ist bisher wenig bekannt. Die Polizei schätzt, dass der Mann zwischen 30 und 40 Jahre alt ist. Eine Forderung habe er nicht gestellt. „Der Anrufer hat noch etwas auf Arabisch gesagt, bevor er auflegte“, teilte Polizeisprecher Peter Widenhorn mit. Eine Tatsache, die die Beamten beunruhigt. Das Telefonat werde nun von Experten und einem Psychologen analysiert. Der Anruf sei von einer öffentlichen Telefonzelle beim alten Postamt – also gegenüber dem Bahnhof – getätigt worden.
30 Beamte der Polizeidirektion Ludwigsburg und der Bundespolizei sowie 28 Mitarbeiter des Rettungsdienstes und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Sprengstoffexperten der Bundespolizei waren vor Ort. Zwar gab es gestern nach der Durchsuchung mit Spürhunden vorerst Entwarnung. Die Aufmerksamkeit der Beamten sei aber weiterhin hoch. „Sicherheitsdienste und Bundespolizei werden den Bahnhof sehr genau beobachten“, kündigte Peter Widenhorn an.