

„Sehr geehrte Frau XY, da die Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes umstrukturiert wird, und wir Sie vorübergehend leider nicht mehr versorgen können, kündigen wir Ihren Pflegevertrag zum 17. 7. 2012.“ Mit diesen Worten begann der Brief an eine Leserin unserer Zeitung. Er wurde am 10. Juli abgeschickt. Innerhalb von einer Woche mussten sie und zwölf weitere Kunden der DRK-Sozialstation einen neuen ambulanten Pflegedienst beauftragen.
Der Grund für das schnelle Ende: Das DRK hat nicht genügend Personal, weil einige Mitarbeiter gegangen sind – darunter Pflegedienstleiterin Susanne Pfeiffer-Hänle. Die 13 Pflegeverträge seien gekündigt worden, weil das „Personal derzeit nicht mehr im ausreichenden Umfang zur Verfügung steht“, schreibt Utz Remlinger, hauptberuflich Vize-Landrat und ehrenamtlich Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, auf Anfrage unserer Zeitung.
Das DRK habe versucht, den Personalengpass zu kompensieren, aber schließlich musste vor zwei Wochen die Reißleine gezogen werden. Der kommissarische DRK-Geschäftsführer Karl-Heinz Spitznagel sagt: „Wir können nach bestem Gewissen nur die Anzahl an Pflegebedürftigen versorgen, die wir jetzt haben.“ Nach seinen Angaben pflegt die DRK-Sozialstation nun nur noch 14 Kunden ambulant, nachdem, wie beschrieben, 13 weiteren gekündigt wurden.
Mit den finanziellen Defiziten des DRK-Kreisverbandes in Millionenhöhe hängt das Problem laut Utz Remlinger nicht zusammen. Im Pflegebereich habe es in der Vergangenheit ein lediglich überschaubares finanzielles Defizit gegeben, dass das DRK durch „effizienzsteigernde Maßnahmen“ ausgleichen wolle. Von Personalkündigungen sei aber keine Rede, „das DRK sucht derzeit intensiv weitere Pflegekräfte“, berichtet der Kreisverbandsvorsitzende. „Wir setzen alles daran, das Engagement des DRK im Pflegebereich fortzusetzen, wenn möglich auszubauen und die aktuell gekündigten Pflegeverträge wieder zurückzuholen.“
Neben der Pflegedienstleiterin, die seit Juli nicht mehr beim DRK beschäftigt ist, scheidet auch deren Stellvertretung im kommenden Monat aus, für die das DRK noch einen Nachfolger sucht. Außerdem geht eine weitere Vollzeitpflegekraft. Darüber hinaus sind aktuell zwei Mitarbeiter mit 80 Prozent-Stellen, eine Pflegerin auf Minijobbasis sowie zwei hauswirtschaftliche Kräfte und ein Schüler für die DRK-Sozialstation in der ambulanten Pflege tätig.
Die Kündigungen der drei Mitarbeiter haben laut Spitznagel „persönliche Gründe“. Gute Pflegefachkräfte seien gefragt, die Mitarbeiter hätten sich beruflich verbessern können. Nun sucht das DRK drei neue Mitarbeiter für diese Stellen. Ein Pflegedienstleiter sei bereits gefunden. Er tritt die Stelle Anfang September an. Dann sollen die nun gekündigten Kunden wieder zurückgewonnen werden. Laut Spitznagel hatte nur einer der 13 Betroffenen Schwierigkeiten, einen neuen Pflegedienst als Ersatz zu finden. Nachfolger für die stellvertretende Pflegedienstleitung und die weitere Vollzeitpflegekraft zu finden, hält der kommissarische Geschäftsführer „im Sommerloch“ allerdings für schwieriger.
Neben neuem Personal soll es weitere Veränderungen in der DRK-Sozialstation geben. Um die bisherigen finanziellen Defizite des DRK zurückzufahren, werde beispielsweise die Tourenplanung der Pflegekräfte, die Kunden im ganzen Landkreis betreuen, effizienter, so dass Fahrtzeiten verkürzt würden, sagt Karl-Heinz Spitznagel.




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Zum Pflegedienst des DRK gab es letztes Jahr (öffentlich) die klare Aussage, dass er bis zum Jahresende zugemacht wird. Die Schließung erfolgte zwar nicht, aber auch jetzt ist der dauerhafte Fortbestand keineswegs gesichert.
Das "I-Wort" ist im Kreisverband kein Tabu mehr und wenn einem Mitarbeiter eine vernünftige Arbeitsplatz-Alternative bei einem anderen Arbeitgeber angeboten wird, tut er gut daran, sich darum zu bemühen.
Verantwortlich für die miese Finanzlage ist die alte Führungsspitze, aber es wird sehr schwer bis unmöglich sein, diese hierfür zur Rechenschaft zu ziehen. Ausbaden müssen die Misere die Mitarbeiter, die wohl finanzielle Opfer bringen müssen, aber nicht wissen, ob das überhaupt etwas nützt.
Aktuelle Ergänzung: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.waldachtal-jeder-buerger-sollte-drk-mitglied-sein.bc24835f-a209-47aa-88c0-00e1363fa9c1.html vom 26.07.2012
Vielleicht löst es ja das vermeintliche I-Problem?
Übrigens, mir sind die Herren B-kannt, wenn auch der eine oder andere in der Tat nicht persönlich. Ich bin jedoch der Auffassung, dass ich auch über Kokain(-Missbrauch) posten kann ohne es jemals selbst genommen zu haben... ;-)
Jeder postet halt nun mal über das, was er weiß und denkt und das ist auch gut so.
Da ich für mich als Bürger spreche und nicht für das DRK oder sonst eine Organisation, kann und will ich keine Informationen posten, die nur die Organisation etwas angehen. Das was wichtig ist, wurde in dem Zeitungsartikel geschrieben und meiner Meinung nach transparent dargelegt.
Der Schluck Wasser tat übrigens echt gut.
Richtig?
Hm, in den Kommentar-Regeln der LKZ finde ich solch eine Einschränkung jedoch NICHT.
Und natürlich zählen Sie als "Bürger" sich - im Gegensatz zu mir - zu den offen-sichtlich wenigen wirklich "Eingeweihten"?
Richtig?
Dann nennen Sie doch einfach mal Ihren Klarnamen und - ich wiederhole mich hier gerne: "Butter bei die Fisch" - benennen Sie die "wahren" Gründe, die Sie offen-sichtlich (zu) kennen (scheinen). Dies dürfte die interessierte Öffentlichkeit bzw. LKZ-Leserschaft freuen - von wegen Transparenz und so! ;-))
Abschließend zwei freundschaftliche Hinweise - nur für Sie alleine ;-):
(1.) Unterschätzen Sie Leute nicht, die Sie nicht kennen oder die zu kennen Sie nur glauben!
(2.) Das dankenswerter Weise von der LKZ-Redaktion eingerichtete Forum kann von JEDERMANN und JEDERFRAU ;-) als Forum genutzt werden - und dies tue ich, weil ich mir die Zeit dafür nehmeN KANN. ;-)) Das unterscheidet mich momentan vielleicht von anderen Postern, die ihren PC nicht als Arbeitsplatz haben bzw. dort nicht so posten können, wie dies mir möglich ist...
Schönen sommerlichen Tag noch, lieber "Bürger"* & mal 'nen Schluck Wasser nehmen. Beruhigt unGEMEIN!
Hochsommerliche Grüße
Ihr "begrenzter" Mit-Poster, der vor allem überholte Strukturen in/von Organisationen kritisiert - und halt nicht einzelne Fehl-Leistungen verantwortlicher (Führungs- und Leitungs-)Kräfte im hiesigen Roten Kreuz
* Sind wir das nicht alle? ;-)
@ Jörn: Sie haben vermutlich sehr viel Zeit und kennen sich überall perfekt aus sonst würden Sie vermutlich nicht zu so vielen Artikeln hier ihren Kommentar abgeben. Leider scheinen Ihr Wissen und Ihre Informationen zu diesem Thema aber nur begrenzt zu sein. Ich persönlich würde mich bei Themen, von dene...n ich nur so oberflächliche Informationen hätte, nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Es gibt hier auch Leser, die mehr und detailiertere Informationen besitzen. Warum beglücken Sie uns denn nicht weiterhin mit Ihren KKommentaren zur Leitstelle anstatt hier einen Kreisverband durch den Kakao zu ziehen? Auf diesem Gebiet scheinen Sie sich ja deutlich besser aauszukennen. Wenn Ihnen die Mitarbeiter so wichtig wären wie Sie schreiben, dann würden Sie hier nicht so negativ über den Kreisverband schreiben und dessen Ruf schädigen.
Es ist sehr einfach auf jemanden einzutreten, der am Boden liegt. Von Ihnen hätte ich so etwas allerdings nicht erwartet.