Kreis Ludwigsburg | 25. Juli 2012

DRK kündigt 13 Pflegeverträge und sucht Personal

Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes kann einige Kunden im Landkreis kurzfristig nicht betreuen, weil Mitarbeiter abgesprungen sind

Die Fahrtzeiten der Pflegerinnen der DRK-Sozialstation sollen in Zukunft verkürzt werden.
Die Fahrtzeiten der Pflegerinnen der DRK-Sozialstation sollen in Zukunft verkürzt werden.
Archivfoto: Holm Wolschendorf

„Sehr geehrte Frau XY, da die Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes umstrukturiert wird, und wir Sie vorübergehend leider nicht mehr versorgen können, kündigen wir Ihren Pflegevertrag zum 17. 7. 2012.“ Mit diesen Worten begann der Brief an eine Leserin unserer Zeitung. Er wurde am 10. Juli abgeschickt. Innerhalb von einer Woche mussten sie und zwölf weitere Kunden der DRK-Sozialstation einen neuen ambulanten Pflegedienst beauftragen.

Der Grund für das schnelle Ende: Das DRK hat nicht genügend Personal, weil einige Mitarbeiter gegangen sind – darunter Pflegedienstleiterin Susanne Pfeiffer-Hänle. Die 13 Pflegeverträge seien gekündigt worden, weil das „Personal derzeit nicht mehr im ausreichenden Umfang zur Verfügung steht“, schreibt Utz Remlinger, hauptberuflich Vize-Landrat und ehrenamtlich Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, auf Anfrage unserer Zeitung.

Das DRK habe versucht, den Personalengpass zu kompensieren, aber schließlich musste vor zwei Wochen die Reißleine gezogen werden. Der kommissarische DRK-Geschäftsführer Karl-Heinz Spitznagel sagt: „Wir können nach bestem Gewissen nur die Anzahl an Pflegebedürftigen versorgen, die wir jetzt haben.“ Nach seinen Angaben pflegt die DRK-Sozialstation nun nur noch 14 Kunden ambulant, nachdem, wie beschrieben, 13 weiteren gekündigt wurden.

Mit den finanziellen Defiziten des DRK-Kreisverbandes in Millionenhöhe hängt das Problem laut Utz Remlinger nicht zusammen. Im Pflegebereich habe es in der Vergangenheit ein lediglich überschaubares finanzielles Defizit gegeben, dass das DRK durch „effizienzsteigernde Maßnahmen“ ausgleichen wolle. Von Personalkündigungen sei aber keine Rede, „das DRK sucht derzeit intensiv weitere Pflegekräfte“, berichtet der Kreisverbandsvorsitzende. „Wir setzen alles daran, das Engagement des DRK im Pflegebereich fortzusetzen, wenn möglich auszubauen und die aktuell gekündigten Pflegeverträge wieder zurückzuholen.“

Neben der Pflegedienstleiterin, die seit Juli nicht mehr beim DRK beschäftigt ist, scheidet auch deren Stellvertretung im kommenden Monat aus, für die das DRK noch einen Nachfolger sucht. Außerdem geht eine weitere Vollzeitpflegekraft. Darüber hinaus sind aktuell zwei Mitarbeiter mit 80 Prozent-Stellen, eine Pflegerin auf Minijobbasis sowie zwei hauswirtschaftliche Kräfte und ein Schüler für die DRK-Sozialstation in der ambulanten Pflege tätig.

Die Kündigungen der drei Mitarbeiter haben laut Spitznagel „persönliche Gründe“. Gute Pflegefachkräfte seien gefragt, die Mitarbeiter hätten sich beruflich verbessern können. Nun sucht das DRK drei neue Mitarbeiter für diese Stellen. Ein Pflegedienstleiter sei bereits gefunden. Er tritt die Stelle Anfang September an. Dann sollen die nun gekündigten Kunden wieder zurückgewonnen werden. Laut Spitznagel hatte nur einer der 13 Betroffenen Schwierigkeiten, einen neuen Pflegedienst als Ersatz zu finden. Nachfolger für die stellvertretende Pflegedienstleitung und die weitere Vollzeitpflegekraft zu finden, hält der kommissarische Geschäftsführer „im Sommerloch“ allerdings für schwieriger.

Neben neuem Personal soll es weitere Veränderungen in der DRK-Sozialstation geben. Um die bisherigen finanziellen Defizite des DRK zurückzufahren, werde beispielsweise die Tourenplanung der Pflegekräfte, die Kunden im ganzen Landkreis betreuen, effizienter, so dass Fahrtzeiten verkürzt würden, sagt Karl-Heinz Spitznagel.

Greta Gramberg
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