KREIS LUDWIGSBURG | 23. Mai 2008

Der VdK auf dem Weg zu einem modernen Sozialverband

Angefangen hat er als Verband der Kriegsbeschädigten im Jahr 1945. Das große K trägt er zwar noch im Namen, doch heute steht es eher für Körperbehinderte. Der VdK ist nun ein moderner Sozialverband, der die Interessen seiner Mitglieder mit viel Erfolg vertritt. Nur mit dem Image hapert es noch ein wenig.

Bild: Alfred Drossel

Die Zahlen sprechen für sich: 1,4 Millionen Mitglieder bundesweit, im Land sind es 195 000 und im Landkreis Ludwigsburg hat der VdK 5440 Mitglieder. Da können einige Sportverbände nicht mithalten. Doch betreibt der VdK seine Arbeit weitgehend im Verborgenen. „Wir sind der größte Sozialverband Deutschlands. Doch das hat sich bisher noch nicht richtig herumgesprochen“, sagt die Kreisvorsitzende Perpetua Lindner.
Das hängt auch mit der Geschichte des VdK zusammen. Im Jahr 1945 wurde der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen gegründet. Im Namen war der Aufgabenbereich bereits eindeutig beschrieben: die Interessenvertretung der Kriegsopfer. Zu seinen Glanzzeiten hatte der Ludwigsburger Kreisverband über 7000 Mitglieder. Im Jahr 2000 war der Tiefpunkt mit unter 5000 Mitgliedern erreicht. „Der Verband tat sich schwer, den Wechsel von den Kriegsversehrten zu Menschen mit einer allgemeinen Behinderung zu gehen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende und frühere Bürgermeister in Freudental Hartmut Singer. Er gibt gern zu, dass dabei manche Chance vertan worden sei, doch inzwischen seien die Zeichen der Zeit erkannt und die Weichen für eine Öffnung gestellt. Heute versteht sich der Verband als moderner Dienstleister und als politische Interessenvertretung, die versucht die Sozialgesetzgebung aktiv mitzugestalten.
Zu dem Service gehört auch der Sozialrechtschutz. Hier sind hauptamtliche Sozialrechtsreferenten beschäftigt, die die Mitglieder nicht nur im Sozialrecht beraten, sondern auch in Widerspruchs- und Klageverfahren in allen Instanzen vertreten. Dazu gehören Streitigkeiten mit den gesetzlichen Renten- und Unfallversicherungen, den Kranken- und Pflegekassen oder bei Schwierigkeiten mit dem Schwerbehindertenrecht. Hartmut Singer kann die Rechtsberatung auch in Zahlen fassen: Landesweit wurden im Jahr 2006 10,7 Millionen Euro erstritten, im Kreis immerhin noch 131 600 Euro.
Doch Interessenvertretung und Rechtsschutz ist nicht alles. Die eigentliche Heimat des VdK sind die Ortsverbände. Hier gibt es Informationsveranstaltungen, gesellige Abende oder spezielle Reiseangebote. „Noch immer werden Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt. Diese Barrieren in den Köpfen müssen abgebaut werden. Beim VdK sind sie unter ihresgleichen und können oft zum ersten Mal über ihre Probleme sprechen“, sagt Perpetua Lindner. Die Behindertenreisen finden immer mehr Zuspruch. Hier will der VdK Ludwigsburg stärker aktiv werden.
Auch Jugendliche sollen mehr in die Verbandsarbeit eingebunden werden. Auf diese Weise hofft man auf eine stärkere öffentliche Wahrnehmung. Über die entsprechende Mitgliederzahl verfügt man ja bereits.

Andreas Feilhauer
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