Kreisverkehr
löchgau | 14. September 2012

Die gefährlichen Steine müssen weg

Große Felsbrocken sind eine Gefahr für die Autofahrer – Auch die Nagelskulptur soll entschärft werden

Der Löchgauer Kreisverkehr an der Landesstraße muss entschärft werden: Die großen Steine sind für die Autofahrer zu gefährlich, ebenso die starre Nagelskulptur. 

Der Löchgauer Kreisverkehr an der Landesstraße muss entschärft werden: Die großen Steine sind für die Autofahrer zu gefährlich, ebenso die starre Nagelskulptur. 

Archivfoto: Holm Wolschendorf

Seit gut zehn Jahren ist er das Wahrzeichen von Löchgau und zum echten Blickfang im sonst recht tristen Straßenbild geworden: Der künstlerisch gestaltete Kreisverkehr an der Landesstraße mit der Nagelskulptur in der Mitte.

Doch jetzt muss der Kreisel entschärft werden – er ist für die Autofahrer zu gefährlich. Wie berichtet, hatte das baden-württembergische Verkehrsministerium die Kreisel im Land unter die Lupe genommen. Besonders die größeren Skulpturen in den Kreisverkehren sind dem Ministerium ein Dorn im Auge. Denn bekommt ein Autofahrer nicht rechtzeitig die Kurve, könnte „ein starres Hindernis“ im Kreisel für ihn gefährlich werden.

So zumindest ist es in der Theorie. Tatsächlich habe es bisher noch keine Unfälle im Landkreis gegeben, bei denen die Innengestaltung des Kreisverkehrs eine Rolle gespielt habe, erklärt Polizeisprecher Peter Widenhorn auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bei einem Vor-Ort-Termin hat sich nun Bürgermeister Werner Möhrer gemeinsam mit Vertretern von Polizei und Landratsamt die Situation am Löchgauer Kreisel angeschaut. Stein des Anstoßes waren vor allem die großen Felsbrocken. „Sie sind potenziell gefährlich und können bei einem Unfall schlimme Folgen nach sich ziehen“, erklärt Polizeisprecher Widenhorn. Die Steine müssen nun entweder ebenerdig aufgefüllt werden oder ganz weg. Welche Steine im Einzelnen betroffen sind, steht aber noch nicht fest.

Viel wichtiger ist für die Löchgauer aber die Nagelskulptur in der Mitte des Kreisels. „Derzeit prüft ein Gutachter, ob sie stehen bleiben kann oder eine Gefahr für die Autofahrer ist“, teilt ein Sprecher des Ludwigsburger Landratsamtes mit. Auf jeden Fall sollen die Nägel aber mit einer Sollbruchstelle entschärft werden. Die ganze Skulptur wird also weniger starr befestigt – fährt dann ein Autofahrer dagegen, bricht sie.

„Mit diesen Änderungen können wir leben“, sagt Bürgermeister Möhrer. Allerdings müssten die wesentlichen Elemente des Kreisels erhalten bleiben. „Der Kreisverkehr wird von allen als schönes gestalterisches Element gesehen“, betont der Schultes und spricht damit aus, was auch viele Löchgauer denken.

Denn für viele ist der Kreisel weit mehr als nur eine besondere Art der Verkehrsführung. Ursprünglich war er nur ein mit Rosen bepflanzter Erdhaufen. Erst vor gut zehn Jahren kam die Skulptur dazu. Die Nägel sind

L-förmig angeordnet mit dem rechten Winkel nach unten im Boden befestigt. Sie erinnern daran, dass in Löchgau das einzige Nagelmuseums Deutschland steht. Der goldene sechsstrahlige Stern des Löchgauer Wappens schwebt dazwischen.

Christina Kehl
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