SERSHEIM | 20. August 2008

Ein Ruhesitz mitten im Dorf

Noch bis Ende der 80er Jahre mussten Senioren aus dem Landkreis Ludwigsburg in Pflegeheime in Eppingen oder Mosbach ziehen, wenn sie pflegebedürftig wurden. Seitdem sichern immer mehr Altenheime die Betreuung vor Ort. In unserer Serie berichten wir heute über das Haus am Schlösslesbrunnen.

Bild: Martin Goldhahn

Das Pflegeheim wurde im Juli 2007 eröffnet und bietet 50 Plätze für die Betreuung von Senioren. 35 Mitarbeiter und acht ehrenamtliche Hilfskräfte kümmern sich um die Bewohner.
Der Träger, die Evangelische Heimstiftung Baden-Württemberg, betreibt landesweit 56 Heime und verfolgt mit dem Wohnheim eine neue Philosophie in der Seniorenbetreuung – weg von großen, zentralen Pflegeheimen hin zu kleinen, ortsnahen Häusern, die die Betreuung vor Ort sichern.
Das Haus am Schlösslesbrunnen befindet sich direkt im Sersheimer Ortskern. „Das Pflegeheim passt sich harmonisch ein und rundet das Ortsbild ab“, freut sich der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz. Der Gemeinde war das Seniorenheim so wichtig, dass sie das Grundstück für 500 000 Euro erwarb und der Evangelischen Heimstiftung zur Verfügung stellte.
Kommune und Pflegeheim arbeiten eng zusammen, um die Bewohner des Altenheims und die Sersheimer Bevölkerung miteinander in Kontakt zu bringen und die Senioren in das Dorfleben einzubinden.
Mittlerweile ist das Haus am Schlösslesbrunnen Treffpunkt für Vereine und den Skat-Club. „Die ortsansässigen Vereine kümmern sich um das Pflegeheim und veranstalten an Weihnachten eine kleine Feier“, so Scholz. Kinder der Hofäckerschule und des Kindergartens besuchen die Bewohner regelmäßig, auch eine Kunstausstellung haben sie dort schon organisiert. Donnerstags findet ein ökumenischer Gottesdienst statt.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter organisieren wöchentliche Vorlesegruppen, Spielenachmittage und Gymnastikstunden – so bleibt Ergotherapeutin Susann Hanisch mehr Zeit für Einzeltherapie. „Als nächstes wollen wir Helfer für eine Sitzwache gewinnen“, sagt Hausdirektor Martin Walter.
Beim Aufstellen des Maibaums vor dem Haus kamen mehr als 1000 Besucher – das Vorhaben, die Bewohner in das Dorfleben zu integrieren, scheint voll aufzugehen. „Der soziale Zusammenhalt ist hier ausgeprägter als in städtischen Wohnheimen“, zieht Scholz nach einem Jahr Bilanz.

Frank Klein
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