


Die Mischung machte das Bürgerfest zum Erfolg. Deutsche und Franzosen saßen beisammen, parlierten, schnabulierten und genossen die Atmosphäre. Der befürchtete Regen hatte sich bereits bei der Ankunft des französischen Staatspräsidenten François Hollande verzogen, wie auf Knopfdruck schaltete der Himmel auf Blau um und der deutsch-französischen Freundschaft waren sonnige Stunden beschert.
Die wurden tausendfach genutzt, die Tische und Bänke waren bald dicht besetzt. Das Konzept des Bürgerfestes erwies sich als gelungen. Einheitliche, schicke Pavillons umrahmten die Festfläche und richtig hoch her ging es vor allem an den Gastronomiepavillons. Renommierte Gasthöfe und Restaurants aus dem Raum Ludwigsburg und der Region warteten mit mehrgängigen Menüs auf.
Ob Kutteln nach provencalischer Art oder schwäbische Maultaschen, ob verführerisches Parfait oder Apfelküchle mit Vanilleeis, die Köche hatten allerhand zu tun und es gab durchweg zufriedene Mienen. Der tiefrote Wein im Glas kam mal nicht aus Frankreichs sonnigem Süden, sondern aus Württemberg, er hatte aber diesen französischen Esprit und das besondere Aroma.
Die deutsch-französische Freundschaft ist allen Skeptikern zum Trotz lebendig und intensiv, das wurde auch an einer ganzen Reihe von Infopavillons deutlich. Dort warben nicht nur das deutsch-französische Jugendwerk sowie das Deutsch-Französische Institut für ihre Arbeit, dort erfuhren die Besucher auch viel von Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen von der Kommunalpolitik über Verbraucherschutz bis zu Studium und beruflicher Ausbildung.
Wie junge Menschen Europa leben und gängigen Klischees mit Witz und Ironie begegnen, zeigten die Bühnendarbietungen. Grundschüler sangen Lieder aus beiden Ländern, Gymnasiasten tanzten, rockten sowie jazzten multinational und als krönenden Abschluss gab es am Abend auch noch Pop-Sound vom Feinsten mit der Band Mini Moustache. Aber auch die Hochkultur hatte beim Bürgerfest ihren Raum: Beim Europakonzert des Ensembles L’Arpeggiata und Mitgliedern des Orchesters der Ludwigsburger Schlossfestspiele.
Das hochkarätige Orchester unter der Leitung der Österreicherin Christina Pluhar lud gleich im Anschluss an den Festakt zu einer besonderen Reise durch Europa ein. Dies mit der berühmten portugiesischen Fado-Sängerin Misia, der spanischen Sopranistin Raquel Andueza, der schwedisch-chilenischen Sopranistin Luciana Mancini und dem italienischen Tenor Vincenzo Capezzuto.
Melancholisch-intensive Momente wechselten sich mit barockem Jubel ab, Volkslieder aus den jeweiligen Ländern erwiesen sich als ergreifende Kleinode. Dafür sorgte auch die außergewöhnliche Instrumentalbesetzung mit Laute, Cembalo, Barocktrompete, Pauke und Streichern.
Viele Besucher genossen das Konzert. Viele Besucher hatten nach dem Festakt und dem Aufbruch der Ehrengäste sogleich die Sitzplätze vorne an der Bühne wieder voll besetzt. Auf der Bühne, wo zuvor die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Staatspräsident die Freundschaft beschworen, sorgte barocke Musik von Komponisten aus beiden Ländern für glanzvolle Momente.






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