16.10.2012

Feuerteufel zünden Luxusautos an

Innerhalb von einer knappen Stunde haben Täter in der Nacht zum Montag auf dem Gelände von Autohäusern in Bietigheim und Tamm vier Autos angezündet. Da es sich um Edelkarossen handelt, beziffert die Polizei den Schaden auf rund 350 000 Euro.

Ausgebrannte Edelkarosse: Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich um ein und dieselben Täter handelt.

Im Mercedes-Autohaus in Tamm nimmt eine Überwachungskamera am frühen Montagmorgen gegen 1 Uhr einen Mann auf. Zu sehen ist eine schlanke Gestalt mit einer dunklen Hose und einer Jacke mit weißen Streifen an den Ärmeln. Der Mann trägt zudem eine weiße Mütze. Ob es sich allerdings um den Brandstifter handelt, will die Polizei noch nicht bestätigen.

Klar ist bisher nur, dass der Feuerteufel (vielleicht mit Komplizen) Montagnacht zunächst zwei Fahrzeuge in Tamm auf dem Vorplatz der Werkstatt des Autohauses anzündet. Er verwendet dazu Grillanzünder mit Paraffin, die er auf den vorderen Autoreifen legt. Wenig später gehen die nebeneinander stehenden Fahrzeuge in Flammen auf. Das Feuer wird von einem vorbeifahrenden Autofahrer entdeckt, der die Feuerwehr alarmiert.

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Die Tammer Wehr rückt mit drei Fahrzeugen und 17 Kräften aus. Die Brände sind rasch gelöscht. Allerdings sind die Autos nicht mehr zu retten. Die Polizei beziffert den Schaden auf Anfrage unserer Zeitung auf rund 100 000 Euro. Den Helfern ist zu verdanken, dass die Flammen nicht auf andere Fahrzeuge übergreifen.

Kurz vor zwei Uhr gehen dann zwei weitere Autos, die auf dem Firmenhof eines BMW-Autohauses in den Bietigheimer Kreuzäckern abgestellt sind, in Flammen auf. Die Polizei vermutet, dass es sich um ein und dieselben Feuerteufel handelt, denn die Vorgehensweise zeigt übereinstimmende Muster.

In Bietigheim fackeln die unbekannten Täter einen BMW M 5 ab, dadurch gerät auch das Rolltor des Werkstattgebäudes in Mitleidenschaft. Das zweite Fahrzeug, ein BMW M 6, steht im hinteren Teil des Betriebshofs. Die Autos sind willkürlich ausgewählt, heißt es aus Polizeikreisen.

Der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen gelingt es ebenfalls, ein Übergreifen des Feuers auf weitere Fahrzeuge zu verhindern. Nach bisherigen Schätzungen beläuft sich der Schaden in Bietigheim auf rund 250 000 Euro.

Die Polizei leitet noch in der Nacht Fahndungen ein, an denen sich auch ein Polizeihubschrauber beteiligt. Die Suche verläuft allerdings ergebnislos.

Gestern rücken dann Kriminaltechniker an den Tatorten in Tamm und Bietigheim an, um Spuren zu sichern. Die Beamten bitten jetzt um Hinweise aus der Bürgerschaft. Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sollen sich dringend mit der Kriminalpolizei in Ludwigsburg in Verbindung setzen, und zwar unter Telefon (0 71 41) 1 89.

Die Polizei will noch nicht von einer Brandserie sprechen, verstärkt jedoch ihre Ermittlungsarbeit. Im Mai 2011 ist es bereits im Bietigheimer Stadtteil Buch zu einer Brandserie gekommen, bei der zwei Männer eine Spur der Verwüstung durch den ganzen Stadtteil legten. Es brannten unter anderem Müllcontainer und Autos. Die Täter, ein 26-jähriger und ein 31-jähriger Mann, gingen der Kriminalpolizei damals ins Netz.

Kriminaltechniker untersuchen jetzt die vier Wracks in Tamm und Bietigheim-Bissingen.

URL: http://www.lkz.de/lokales/stadt-kreis-ludwigsburg_artikel,-Feuerteufel-zuenden-Luxusautos-an-_arid,91708.html