KREIS LUDWIGSBURG | 11. Oktober 2010

Finanzierung nicht erst eine Woche vor Notartermin regeln

Ludwigsburg – „Die meisten Menschen verwenden mehr Zeit auf die Küchenplanung als für die Finanzierung des Eigenheims“, sagt Stephan Wolf von der SRW Finanzplaner AG. Doch die Baufinanzierung sollte stehen, bevor es an den Kauf einer Immobilie geht, mahnt Wolf bei der Immo-Messe 2010.

Bild: Ramona Theiss

Jeder, der vor dem Erwerb einer Immobilie steht, sollte laut Wolf fünf wichtige Punkte beachten: das zur Verfügung stehende Eigenkapital, die monatliche Liquidität, die eigene Bonität, die Immobilie an sich und staatliche Förderungsmöglichkeiten.
Erstens sei zu klären, wie viel an Eigenkapital zur Verfügung stehe, dabei sei es längst nicht mehr unüblich in der Verwandtschaft um Unterstützung zu bitten. „Wir leben in einer Erbengeneration“, so Wolf, der seinen Zuhörern im Forum zudem den Rat mit an die Hand gab, „sich nicht finanziell nackig zu machen“. Neben der Finanzierung einer Immobilie sollte man parallel die Anschaffung der nächsten drei bis fünf Jahre planen – etwa für ein neues Auto. Ein Haben von drei bis sechs Monatsgehältern sei zudem ein gutes finanzielles Polster.
Trotz historisch niedriger Zinsen rät Wolf dazu, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises durch Eigenkapital zu finanzieren. Zum einen sei der Zinssatz günstiger und erlaube daher eine höhere Tilgungsrate. Außerdem sei damit zu rechnen, dass der Zinssatz in zehn bis 15 Jahren wieder deutlich höher liegen werde.
Wenn es ums Abbezahlen geht, sei wichtig, dass sich die Käufer einen Überblick über ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben verschafften, so Wolf. „Es ist gefährlich, wenn Leute bisher nicht gespart haben. Dann kann man trotz gutem Verdienst monatlich nicht liquide sein.“ Zumal auch die Bank bei der Ermittlung der Bonität eines Kunden dessen Sparverhalten beurteile, gibt Wolf zu beachten. Natürlich werde zusätzlich die Schufa-Auskunft eingeholt. „Da kann dann auch die Null-Prozent-Finanzierung für den Flachbildfernseher drin stehen“, warnt Wolf.
Geht es um die Immobilie selbst, sollten sich Käufer klar machen, dass auch bei schlüsselfertigen Angeboten der Kaufpreis enorm durch Sonderwünsche steigen könne und das Kosten für den Notar (1,5 Prozent) und die Grunderwerbssteuer (3,5 Prozent) auf jeden Fall hinzu gerechnet werden müssen. Bei gebrauchten Häusern kämen in der Regel noch die Gebühren für den Makler hinzu.
Dafür gebe es umgekehrt mit Bausparverträgen, Wohnriester und Zuschüssen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) viele staatliche Fördermittel, von denen Privatleute profitieren könnten, sagt Wolf.
Beim Immobilienkauf spiele auch die eigene Sterblichkeit eine Rolle. Deshalb rät der Finanzierungsexperte dazu, die Familie für den Todesfall oder eine mögliche Berufsunfähigkeit der Hauptfinanzierer abzusichern.
Die Baufinanzierung sollte Priorität haben, so Wolf. Denn wenn man wisse, was man sich wie leisten könne, werde sich das geeignete Objekt mit der Zeit finden.

Heike Armbruster
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