KREIS LUDWIGSBURG | 13. Mai 2008

Förderung für Behinderte verstärkt

Ludwigsburg – Potenzielle Arbeitgeber und behinderte Arbeitssuchende will die Agentur für Arbeit künftig besser zusammenbringen. Im Juni wird deshalb eine neue, eigene kleine Serviceeinheit eingerichtet: Sie soll für mehr Beschäftigung bei Behinderten sorgen. Unternehmer bekommen dort Fördermöglichkeiten aufgezeigt und interessante Bewerber angeboten.

Mit dieser neu geschaffenen Halbtagsstelle zur Arbeitgeberbetreuung wird das bislang dreiköpfige Team ergänzt. Es hat sich auf die Belange gesundheitlich eingeschränkter Menschen spezialisiert. „Eine Gesellschaft darf den ‚Wert‘ eines Menschen nicht nach seiner Leistungsfähigkeit kalkulieren“, fordert Rudolf Krauter, Teamleiter bei der Agentur. Sie habe als soziale Gemeinschaft auch die Aufgabe, sich um Schwächere zu kümmern.
Ziel sei, jedem Menschen eine sinnvolle Beschäftigung nach seinen Möglichkeiten zu verschaffen. Auch wenn das nicht immer leicht ist. Selbst im verwöhnten Kreis Ludwigsburg mit seiner niedrigen Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent: Der Anteil erwerbsloser Behinderter ist mit 5,7 Prozent deutlich höher. Fakt ist: 578 schwer behinderte Menschen im Kreis suchen Arbeit. Neben ihren körperlichen oder geistigen Handicaps haben sie oft noch ein weiteres – mehr als die Hälfte ist bereits über 50 Jahre alt. Ein Manko, dass auch ohne Einschränkung bereits schwer wiegt.
„Dabei ist die Leistungsbereitschaft älterer Schwerbehinderter oft größer als bei gesunden Arbeitnehmern“, beobachtet Krauter. Der Grund: Sie wollen sich und den Kollegen beweisen, dass sie ebenbürtig sind. Den meisten sei ihre Einschränkung gar nicht anzusehen. Starke Schwerhörigkeit zum Beispiel, extrem schlechtes Sehen, massive Rückenprobleme, psychische Erkrankungen etwa. „Nicht jeder mit einem Schwerbehinderten-Ausweis ist zwangsläufig auf den Rollstuhl angewiesen.“
Auf zwei Schienen will die Agentur für Arbeit Mensch und Job zusammenbringen. Zwei speziell geschulte Vermittler für Schwerbehinderte sind auf der Suche nach passenden Arbeitgebern. 55-mal klappte das im vergangenen Jahr. Ein weiterer sorgt sich um ein wachsendes Problem: Lernbehinderte Jugendliche sollen fit für den Job gemacht werden, jährlich kommen 200 neue dazu. In rund 75 Prozent der Fälle gelingt das. Weitere 100 Erwachsene werden körperlich-geistiger Einschränkungen wegen in Qualifizierungsmaßnahmen gebracht.
Der Staat hilft kräftig mit, um Behinderte wieder in Lohn und Brot zu bekommen. Es gibt Gehaltszuschüsse nach Grad der Behinderung und Alter sowie die Finanzierung von Weiterbildungsangeboten bis hin zur kompletten Umschulung mit der Perspektive beruflicher Neuorientierung. Teilweise werden Umbauten am Auto bezahlt, um Mobilität zu schaffen. Arbeitgeber bekommen Geld, wenn Umbauten am Arbeitsplatz nötig sind.

Thomas Faulhaber
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Einbrüche im Landkreis
Mein Ort
Wählen Sie Ihren Ort
GerlingenDitzingenKorntal-MünchingenHemmingenSchwieberdingenEberdingenVaihingen an der EnzMöglingenLudwigsburgAspergKornwestheimRemseck am NeckarMarkgröningenOberriexingenSersheimTammFreiberg am NeckarBenningenMarbach am NeckarErdmannhausenAffalterbachSteinheim an der MurrMurrPleidelsheimIngersheimBietigheim-BissingenSachsenheimFreudentalLöchgauBesigheimHessigheimMundelsheimGroßbottwarOberstenfeldPrevorstGemmrigheimWalheimErligheimBönnigheimKirchheim am NeckarOttmarsheim
Nachrichten und mehr aus Ihrer Region!
Kinoprogramm
Schnellsuche

Wählen Sie eine oder mehrere der folgenden Suchoptionen aus:

Anzeige