02.10.2012

Fuchs frisst Kaninchen im Garten

Wildtier bricht Freigehege auf und verspeist Opfer mit Haut und Haar – Familie im Schlösslesfeld ist schockiert

Svenja hat nun nur noch Kaninchen Albert zum Spielen und Kuscheln.

An den gestrigen Montagmorgen erinnert sich Gisela Mathar mit Schrecken: „Es war gegen 8.15 Uhr, ich stand gerade im Bad, als ich draußen im Garten ein lautes Klopfen gehört habe.“ Ein solches Klopfen, wie es Hasen oder Kaninchen veranstalten, wenn sie Gefahr wittern. Gisela Mathar eilt zur Terrassentür. „Da saß ein Fuchs im Gehege und hat sich über die Kaninchen hergemacht.“

Die Mutter von drei Kindern ist ratlos. Weiß nicht, was tun. Ein Wildtier im Garten, am helllichten Tag, damit hatte sie nicht gerechnet. Am Ende verschwindet der Fuchs von allein. Vom Zwergkaninchen Agnes ist kaum mehr übrig als ein paar Haare und Sehnen.

Vor zwei Monaten erst ist die fünfköpfige Familie mit ihren zwei Zwergkaninchen Agnes und Albert ins Ludwigsburger Schlösslesfeld gezogen. Die Vierbeiner hatten ihr Zuhause mitgebracht: Einen Stall aus Holz, dazu ein Freigehege, das mit einem Blätternetz abgedeckt wird. „Wir haben abends die Kaninchen immer in den Stall gescheucht und zugemacht“, sagt Gisela Mathar. So hatten sie es auch in der Nacht von Sonntag auf Montag gemacht. Am Morgen durften die Mümmelmänner wieder in ihr Freigehege. „Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass ein Wildtier mitten am Tag in ein Wohngebiet kommt!“

Das ist zwar tatsächlich eher selten, kann aber durchaus vorkommen, wie Kreisjägermeister Robert Kühn sagt. Generell seien Wildtiere immer häufiger in städtischen Gebieten anzutreffen. Erst im Juli irrte ein Wildschwein durch die Oststadt. Im vergangenen Jahr hatte ein Fuchs 40 Hühner in Oßweil gerissen.

„In der Stadt kommen sie leichter an Nahrung, weil Müll weggeworfen wird oder zugänglich ist“, sagt Kühn. Zudem fühlten sie sich draußen im Revier durch freilaufende Hunde immer stärker gestört. „In der Stadt haben sie mehr Ruhe“, so der Kreisjägermeister.

Die Ruhe weg hatte ganz offenbar der Fuchs am Montagmorgen im Schlösslesfeld. Eine halbe Stunde lang ist er von der Nachbarschaft gesehen worden. Im Garten von Familie Mathar hat er sich gestern sogar noch zweimal blicken lassen. Das zweite Zwergkaninchen Albert war aber in Sicherheit gebracht worden. Ins Freigehege kommt er erstmal nicht mehr.

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