



Beim Staatsakt am 9. September 1962 waren die Polizeibeamten gleich mehrmals am Verzweifeln. Denn der französische Präsident Charles de Gaulles dachte gar nicht daran, sich an das Protokoll zu halten. Bei der Fahrt von Stuttgart nach Ludwigsburg ließ er mehrfach den Wagen anhalten, um Hände zu schütteln. Und dann strömten auch noch Tausende zusätzliche Zuschauer in den Schlosshof, nachdem Bundeskanzler Konrad Adenauer die Tore hatte öffnen lassen.
Dieses Mal, bei der Wiederauflage zum 50. Geburtstag, möchte die Polizei alles unter Kontrolle behalten. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident François Hollande gelten als besonders gefährdete Personen. Daher ist die Ludwigsburger Polizei seit Wochen mit einem der größten Polizeieinsätze der Stadtgeschichte befasst.
Die Vorbereitung lief in enger Abstimmung mit den Staatsministerien von Bund und Land und den Sicherheitsbehörden. Der Einsatz wird von der Ludwigsburger Polizeidirektion koordiniert, Beamte der Bereitschaftspolizei sind zur Unterstützung angefordert. Die genaue Anzahl der am Samstag eingesetzten Polizisten wird aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben.
„Die Sicherheit unserer Gäste steht für uns im Vordergrund“, erklärt der Leiter der Polizeidirektion Ludwigsburg, Frank Rebholz, gestern in einer Mitteilung. Er selbst wird den Einsatz am Samstag leiten.
„Wir sind gut vorbereitet und werden bemüht sein, dass sowohl Besucher des Bürgerfestes als auch die Anwohner und die Verkehrsteilnehmer so wenig wie möglich beeinträchtigt werden“, so Rebholz weiter. Allerdings werde der Tag nicht ganz ohne Einschränkungen ablaufen können.
Gegen die Mittagszeit müssen alle Autofahrer mit Verkehrsbehinderungen auf der B 27 rechnen. Dann werden nämlich die deutsche Kanzlerin und der französische Staatspräsident erwartet. Kurzfristig werden dafür auch Seitenstraßen gesperrt, die in die B 27 münden.
Zum Innenhof des Schlosses und zur Videoleinwand im Südgarten, wo der Festakt übertragen wird, haben zwar alle Interessierten freien Zugang, aber für den Schlosshof gelten ebenfalls erhöhte Sicherheitsvorschriften. Da es intensive Einlasskontrollen gibt, empfiehlt es sich, am Samstag rechtzeitig zum Eingang des Schlosshofes zu kommen.
Natürlich dürfen keine Waffen oder gefährlichen Gegenstände mitgenommen werden. Aber auch Alkohol, Regenschirme, Fahnen, Banner, Tiere (außer Blindenhunde), sowie „optische und akustische Geräte“ – darunter fallen zum Beispiel Laserpointer (optisch) sowie Trillerpfeifen, Vuvuzelas und andere Instrumente (akustisch) – sind an diesem Tag nach Auskunft der Polizei bei den Feierlichkeiten im Schlosshof verboten.







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