
Großeinsatz für die Feuerwehr

Rund 70 Feuerwehrleute waren am Donnerstagabend im Tammerfeld im Einsatz. In einer dortigen Spedition hatte ein 21-jähriger Mitarbeiter mit einem Gabelstapler ein Fass mit Gefahrgut beschädigt. Gut 180 der insgesamt 200 Liter waren dabei ausgelaufen. Die Maybachstraße sowie die Spedition wurden für mehrere Stunden gesperrt.
Da zunächst nicht bekannt war, um welche Flüssigkeit es sich dabei handelte, wurde auch der auf solche Einsätze spezialisierte Chemiezug der Freiwilligen Feuerwehr Asperg gerufen. Die Feuerwehrleute legten Atemgeräte und Schutzanzüge an.
Wie die Polizei mitteilt, handelte es sich bei dem Stoff um Triethylamin, ein basisches Lösungsmittel, das unter anderem bei der Herstellung von Kunststoffen und Kunstharzen verwendet wird. Es dient außerdem als Grundlagenstoff für die Herstellung von Pflanzenschutz- und Arzneimitteln. „Der Stoff ist stark ätzend, reizt die Atemwege und ist brennbar“, sagt Feuerwehrkommandant Andreas Thoß, der beim Einsatz mit dabei war.
Zu einer Umweltgefährdung ist es laut Mitteilung der Polizei nicht gekommen. „Wir haben die Flüssigkeit mit einem speziellen Bindemittel aufgenommen. Die Gase und Dämpfe können mit Hilfe natürlicher Lüftung aus dem Gebäude entweichen“, sagt Thoß.
Mit vor Ort war auch ein Fachberater Gefahrgut. Dieser stellte am Unfallabend hohe Messwerte fest. Aus diesem Grund hatte das Unternehmen den Betrieb eingestellt. Erst gestern Morgen gegen 9 Uhr konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden.
Laut Feuerwehr kamen 15 Personen in Kontakt mit der Flüssigkeit. Sie wurden von elf Rettungsdienstkräften des DRK betreut. Eine Person musste stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden.
Der Unfall war beim Entladen eines Lastwagens passiert. Der 21-Jährige hatte mit einer Gabel des Gabelstaplers ein Loch in das Fass gerammt. Nach den Worten von Feuerwehrkommandant Thoß seien die Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb ausreichend gewesen.
Die Spedition im Tammerfeld transportiert für einen Kunden Fässer mit Triethylamin. Es werde nicht mit dem Stoff gearbeitet, so das Landratsamt Ludwigsburg.