
Katz macht die Brezel olympiareif

Vaihingen. Die Bäckerei Katz in Vaihingen bäckt für das Deutsche Haus bei den Olympischen Spielen in London, dem Treffpunkt der deutschen Teilnehmer, Wirtschaftspartner, Medienvertreter und Fans. Der Konditormeister und Firmeninhaber Adolf Katz berichtet im Interview mit unserer Zeitung davon, wie das schwäbische Laugengebäck bei Sportlern und Fans ankommt.
Herr Katz, Sie sind Brezellieferant für das Deutsche Haus bei den Olympischen Spielen in London. Wie kam es dazu, gab es ein Brezeltestessen zur Lieferantenauswahl?
Adolf Katz: Wir haben uns dafür beworben, weil wir in London bereits die Firma Bread Shop betreiben. Unsere Qualität wurde von den Verantwortlichen als sehr gut befunden – deshalb arbeiten wir jetzt zusammen. Dazu haben wir im Deutschen Haus in einer Ecke eine kleine Bäckerei mit Backofen eingerichtet. Dort backen wir nun den ganzen Tag von morgens elf Uhr bis abends elf Uhr frische Brezeln und Katz-Wecken.
Wie kommen die schwäbischen Brezeln in London an?
Allgemein müssen wir uns mit der schwäbischen Brezel in London erst profilieren. Denn die internationalen Verbraucher erwarten die amerikanische „soft pretzel“. Die krustig, knusprige, schwäbische Laugenbrezel hat aber durchaus ihre Freunde. Vor allem die deutschen Gäste sind hoch erfreut, im Deutschen Haus auch frische, deutsche Backwaren genießen zu können.
Haben Sie schon öfter deutsche Sportler bei Wettbewerben im Ausland beliefert?
Nein, für uns ist es das erste Mal und wir sammeln jeden Tag viele neue und tolle Erfahrungen. Vielleicht war es ja nicht das letzte Mal?
Wie groß ist der Brezelappetit im Deutschen Haus in London?
Es ist etwas unterschiedlich. Jüngst zum Beispiel war bayrischer Abend und aus der Entfernung betrachtet, ging die schwäbische Brezel auch als bayrische durch. Für diesen Abend haben wir allein nahezu 1000 Brezeln gebacken. Was auch sehr gut ankommt und sehr gerne gegessen wird, sind Laugenbrezeln mit Käse überbacken.
Wie viele Personen und wen verköstigen Sie?
Unser Stand bewirtet sowohl das Fan-Fest im Deutschen Haus – dorthin kommen jeden Tag zwischen 600 und 700 Gäste – als auch das eigentliche Deutsche Haus, den VIP-Bereich, wo sich täglich die Sportler, die Medaillengewinner, die Presse und die Offiziellen im Akkreditierungsbereich treffen. Auch dort sind es täglich einige Hundert Gäste.
Eignen sich Laugenbrezeln als Sportlernahrung?
Lauge ist basisch und wirkt einer zu sauren Nahrung entgegen und macht auch einen guten Magen. Wie wir alle wissen, wuchsen und wachsen immer noch Generationen von schwäbischen Kindern mit der Laugenbrezel auf. Ihr erster Zahn wurde mit der Laugenbrezel geschärft.
Verfolgen Sie die Olympischen Spiele?
Ja, im Deutschen Haus hängen sicherlich mehr als 20 Bildschirme. Und man wird laufend sowohl über das deutsche als auch über das englische Fernsehen informiert, sofern man die Zeit hat, hinzusehen.
Welche ist Ihre Lieblingsdisziplin?
Ich bin grundsätzlich alter Handballspieler und großer Handball-Fan. Leider hat hier die Qualifikation nicht geklappt. Aber mein Herz schlägt auch sehr für die Leichtathletik.
Wem drücken Sie besonders die Daumen?
Ich drücke der Leichtathletik-Mannschaft und dem deutschen Hockey-Team besonders die Daumen.
Treiben Sie auch Sport?
Ja, altersbedingt aber etwas eingeschränkt.
Was essen Sie danach zur Stärkung?
Zunächst einmal ist es ganz wichtig, genügend zu trinken. Und wenn der Flüssigkeitshaushalt im Körper stimmt, passt eigentlich eine Butterbrezel immer ganz gut.