
Kürbispanorama im Alpenformat

Sechseinhalb Meter hoch ragt der Gipfel eines überdimensionalen Holzgerüstes im unteren Schlossgarten gen Himmel. Mit einem Gabelstapler wird unter den großen Augen einer Holz-Kuh ein Taschenmesser im Großformat in senkrechte Stellung gebracht. Die Szenerie im Blühenden Barock erinnert schon jetzt an den letzten Urlaubsbesuch in den Schweizer Alpen.
Seit Montag arbeitet das Team der Schweizer Firma Jucker Farmart vom frühen Morgen bis Sonnenuntergang an den Vorbereitungen zur zwölften Ludwigsburger Kürbisausstellung im Blühenden Barock. Unter dem Motto „Schweiz total“ entführt sie dieses Jahr alle großen und kleinen Gäste in die spannende Welt von Heidi, Ziegen-Peter und Co.
Die Grundgerüste aus Holz und Stroh werden Anfang nächster Woche, nach erfolgreicher Kürbisernte, mit über 50 verschiedenen Sorten, von Butternut bis Hokkaido, behängt und verziert. Dann nimmt auch das imposante Holzgerüst Gestalt an und wird als Nachbildung des Schweizer Wahrzeichens, dem 4478 Meter hohen Matterhorn, bei den Kürbisfans für Begeisterung sorgen.
„Das Matterhorn ist dieses Jahr sicher das Highlight der Ausstellung. Denn die Besucher stehen erfahrungsgemäß besonders auf zwei Dinge: Groß und Viel“, sagt Kerstin Krauter, die gemeinsam mit Stefan Hinner die Organisation leitet.
150 Tonnen Kürbisse, die überwiegend der Obsthof Eisenmann aus Marbach großzieht und liefert, werden für die diesjährige Ausstellung benötigt. Und nicht nur die Befestigung der gesunden Hauptdarsteller auf dem legendären Matterhorn stellt das 90 Mann große Team vor eine besondere Herausforderung. Auch die kürbis-künstlerische Darstellung des Schweizer Rütli Schwures und die Inszenierung des traditionellen Almabtriebs fordern Fingerspitzengefühl und Geschick. Nicht weniger als 450 000 farbenfrohe Kürbisse sorgen auch dieses Jahr nicht nur für Augenschmaus. Die Kürbisgastronomie wird schon beim Lichterfest am 25. August im Blüba allerlei Köstlichkeiten mit und aus der bunten Frucht anbieten. Besucher können die Klassiker wie Kürbissuppe, Kürbiskuchen und Spaghetti Kürbinese genießen oder in Gesellschaft von Wilhelm Tell und Schellen-Ursli, passend zum Motto, ein original Schweizer Kürbisrösti probieren.
„Wenn alles glatt läuft, ist beim Lichterfest das Matterhorn schon in voller Kürbismontur von grüner Weide bis zum schneebedecktem Gipfel zu bewundern“, so Hinner. Vor der Cafeteria am Rosengarten kann schon während der Sommerferien der aufwendige Aufbau des Massivs beobachtet werden.
Spätestens ab 31. August können die Gäste dann offiziell in die ausgefallene und interessante Bergwelt eintauchen. Das Programm hat für alle jungen und alten Kürbisfreunde das Passende im Angebot. An den Wochenenden und Feiertagen bieten die Veranstalter ein betreutes Kürbisschnitzen für Eltern und Kinder, bei dem der Fantasie mit Säge und Löffel keine Grenzen gesetzt sind. Jeden Samstagnachmittag kommen auch Musikliebhaber auf ihre Kosten und können, bei einem Kürbissekt im Ambiente des blühenden Schlossgartens der Livemusik lauschen.
Wenn am 7. Oktober der deutsche Meister im Kürbiswiegen feststeht, reisen am 14. Oktober Europas beste Kürbiszüchter mit ihren Prachtexemplaren Richtung Schloss, um sich den Meistertitel zu ergattern. Wen dann spontan die Lust aufs Kürbiszüchten packt, sollte auf keinen Fall das finale Schlachtfest am 4. November verpassen. An diesem Tag werden nämlich die Gewinnerkürbisse der Kürbiswiege-Meisterschaften feierlich aufgeschnitten und Saatgut an interessierte (Hobby) Züchter verkauft. Tipps und Ratschläge vom Profi gibt’s umsonst.