LUDWIGSBURG | 05. Juli 2008

Ludwigsburg sagt Ja zu weiteren Planungen für eine Stadtbahn

Der Landkreis kann die Überlegungen für eine Stadtbahn zwischen Neckargröningen, Ludwigsburg und Markgröningen weiter vorantreiben. Mit nur einer Gegenstimme hat der Ludwigsburger Gemeinderat dafür votiert, dass ein neues Gutachten klärt, ob und wie stark sich Bund und Land an den Kosten beteiligen.

Bild: privat

Bis zu 208 Millionen Euro kann der Bau der neuen Schienenstrecke und der Züge kosten. Das jährliche Defizit wird auf wenigstens 3,2 Millionen Euro geschätzt. Eine Machbarkeitsstudie hat vorgeschlagen, die Schienen durch die Ludwigsburger Innenstadt über Wilhelmstraße, Arsenalstraße, Schillerstraße und Schillerdurchlass zu führen (wir berichteten).
Wenn wie Ludwigsburg auch die anderen betroffenen Kommunen und der Kreistag erwartungsgemäß zustimmen, wird für 20 000 Euro ein neues Gutachten beauftragt. Es soll näher beleuchten, wie die Kosten zwischen Bund, Land und Gemeinden aufgeteilt werden.
Ludwigsburg beteiligt sich am Gutachten mit 2000 Euro. Diesem Weg haben am Donnerstag im Gemeinderatsausschuss für Bauen, Technik und Umwelt alle Stadträte zugestimmt, bis auf Roland Schweiß (CDU), der die Stadtbahn schon jetzt grundsätzlich ablehnt.
Erhebliche Bedenken gegen Sinn und Bezahlbarkeit einer Stadtbahn machten die Fraktionssprecher von CDU und Freien Wählern (FW) geltend. Sie wollen die weiteren Planungen aber begleiten, wenn auch kritisch. Wäre es besser, die Bahn um die Innenstadt herumzuführen? CDU, FW und Lubu stellen die Frage. Und zwar mit Blick auf eine Trasse über Friedrichstraße und Leonberger Straße oder Schwieberdinger Straße. Was würde eine Stadtbahn für den Ludwigsburger Busverkehr bedeuten? Welche Linien würde man streichen, wie rentabel wäre der Rest oder ließen sich sogar Einsparpotenziale finden? Antworten darauf fordern CDU und Grüne.
„Ausdrücklich begrüßen wir das Engagement des Landrats für dieses Projekt“, sagte Oberbürgermeister Werner Spec. Die Staus, der Lärm und die Abgase, die weiter steigenden Energiepreise – da müsse die Stadt alles untersuchen, was die Lage verbessern könne, so der OB.
Man dürfe aber an die Kosten nicht leichtfertig herangehen. Vor allem das Defizit bei den Betriebskosten müsse die Stadt direkt oder indirekt über Landkreis oder Region mitbezahlen. „Bei den Millionen, die wir zusätzlich in die Kinderbetreuung investieren werden, kommen wir in einen Grenzbereich, das schüttelt keiner aus dem Ärmel.“
Roland Glasbrenner, FW-Fraktionsvorsitzender, kritisierte die Internet-Umfrage unserer Zeitung zur Stadtbahn als „populistisch“. Für eine Ja-Nein-Frage zur Stadtbahn sei es noch zu früh. „Die Leserbriefschreiber wissen doch gar nicht, worüber sie reden“, sagte der Stadtrat. Was unter dem Dutzend interessierter Bürger im Saal für Kopfschütteln sorgte. „Wenn man die Bürger für derart beschränkt hält, dann darf man ihnen auch nicht mehr erlauben, Stadträte zu wählen“, meinte nach der Sitzung einer der Anwesenden. Bei der Umfrage hier auf www.lkz.de kommen bisher über 1600 Stimmen zusammen, 74 Prozent für und 26 Prozent gegen eine Stadtbahn.

Peter Maier-Stein
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