Die Gerüchte der vergangenen Woche haben sich bestätigt und der Weg in eine bessere Zukunft ist für das Marstall-Center nun offenbar nicht mehr weit. Das Unternehmen ECE könnte schon bald das Ludwigsburger Innenstadt-Center übernehmen und für einen Neubeginn umgestalten. Das hat Oberbürgermeister Werner Spec gegenüber unserer Zeitung bestätigt. Es wurde zwar auch mit anderen Betreiberfirmen verhandelt, ECE – der größte deutsche Betreiber von Innenstadt-Malls – hat aber die Nase vorn.
In den kommenden Tagen muss der Ludwigsburger Gemeinderat aber noch seine Zustimmung für diesen Schritt geben. Die Stadt hat mit ihrer eigens für die Verhandlungen gegründeten „Unteren Stadt GmbH“ die Gespräche mit den 21 Ladeninhabern im Center geführt und sich deren Verkaufsbereitschaft vertraglich sichern lassen. ECE soll nun, so der Plan der Stadtverwaltung, die „Untere Stadt GmbH“ zu 100 Prozent übernehmen. Hierfür ist die Zustimmung des Gemeinderats nötig.
Noch nicht bekannt ist, mit welchen Ankermietern ECE ein neues Marstall-Center ins Rennen schicken wird. Ankermieter sind diejenigen Geschäfte, die den Hauptteil der Kundschaft anziehen. Früher waren das Karstadt und C & A. Heute wären ein großer Elektrofachmarkt und ein Sportgeschäft denkbar. Sicher muss sich das künftige Einkaufszentrum auch von der Wilhelmgalerie unterscheiden (Text unten). In einem Punkt allerdings nicht: Auch in das Marstall-Center dürfte in Zukunft wieder ein Lebensmittelgeschäft einziehen. Interessenten gibt es jedenfalls schon.
Spätestens bis März 2013 – so lange haben die derzeitigen Besitzer der Verwaltung und dem künftigen Betreiber noch Zeit gegeben – soll dann auch das Immobiliengeschäft über die Bühne gebracht werden. ECE wird das künftige Center nämlich „nur“ entwickeln, managen und verwalten. Die Investition von 70 bis 80 Millionen Euro für den Grunderwerb und vor allem den danach anstehenden Umbau des Centers und der Tiefgarage kommen von anderer Seite. Und solange dieser Schritt nicht gegangen ist, bleibt auch ein Restrisiko für das Scheitern des gesamten Neubeginns bestehen.
Bislang sind zwei Szenarien für die Immobilienübernahme denkbar. Zum einen könnte ECE einen Investor mit nach Ludwigsburg bringen, der das Projekt alleine stemmt. Zum anderen könnte ECE in Zusammenarbeit mit der Stadt für die Investition aber auch einen Fonds auflegen, an dem sich neben regionalen Banken und Versicherungen vielleicht sogar Privatanleger beteiligen könnten.
Oberbürgermeister Werner Spec ist dieser zweiten Idee gegenüber sehr aufgeschlossen. Auch Armin Maschke, der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU im Kreis ist von dem Fonds-Modell überzeugt. Auf einer Veranstaltung der MIT zum Thema Marstall-Center sagte er vor kurzem, dass das Einkaufszentrum eine interessante Kapitalanlage für regionale Investoren und Privatanleger sei.
Von dem Neubeginn im Center soll, wie in den vergangenen Jahren immer wieder von der Verwaltung angekündigt, das gesamte Umfeld profitieren. Die Stadt würde schnell mit der Umgestaltung der unteren Kirchstraße und dem Umfeld beginnen, so Spec. „Bis zu einer Neueröffnung soll alles fertig sein.“ Noch immer stehen Landesmittel aus dem Sanierungsprogramm „Untere Stadt“ zur Verfügung.
Bei der weiteren Projektentwicklung und vor allem bei der künftigen Außengestaltung will die Stadt mitreden. Für die Fassade der Passage soll gemeinsam ein Architekt gefunden werden. Das Architekturbüro Blocher und Blocher hat im Jahr 2008 (unser Bild) bereits Pläne für eine neue Ladenpassage und eine neue Außenoptik vorgestellt. Die kann der künftige Projektentwickler jetzt als Inspirationsquelle nutzen.





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