

Zahllose Besucher erlagen gestern zum Auftakt der Venezianischen Messe dem Glanz der Ästhetik, dem schönen Schein und der Lebenslust. Bei Sonne satt und azurblauem Himmel wurde das alle zwei Jahre stattfindende Ereignis mit einer Künstlerprozession vom Bahnhof zum Marktplatz eröffnet. Rund 1000 Mitwirkende, darunter barocke Gruppen, Fabelgestalten, Gaukler, Musiker, Schausteller und Artisten zogen durch die dicht gesäumten Straßen.
Die Zaungäste konnten sich nicht sattsehen an den farbenprächtigen Kostümen, den opulenten Kopfbedeckungen, den gerafften Träumen in Satin und Chiffon, den zarten Akzenten in Pastell oder den schwelgerischen Farbspielen. Sie erlebten barocke Majestäten in Brokatgewändern und schauten geheimnisvoll gewandeten Maskengestalten tief in die Augen. Sie hörten von der fahrbaren Gondel aus italienische Arien, bewunderten die bunten Harlekine und Stelzenläufer aus der Partnerstadt Jevpatorija mit ihren Figuren zwischen teuflischem Grusel und makelloser Schönheit.
Auf den Marktplatz gesellte sich ein Farbtupfer zum anderen, die Frau in den Regenbogenfarben und die Schöne im Silberglanz, der Herr mit dem opulenten Dreispitz und die Elfengleiche ganz in Weiß. Bald war das Ludwigsburger Karree dicht bevölkert, und das Publikum kam angetan vom eleganten Flair nicht mehr aus dem Applaudieren heraus. Alle waren angetan von diesem Defilee zwischen Wirklichkeit und Phantasie.
Der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried hieß die Besucher im schwäbischen Venedig willkommen und zeigte sich angetan vom wunderbaren Bild in Ludwigsburgs guter Stube. Dass im Herzen des pietistischen Schwabenlandes derart ausschweifend gefeiert werden könne, habe Ludwigsburg seinen barocken Herrschern zu verdanken, betonte Seigfried, bevor er das Fest offiziell für eröffnet erklärte.
Bald bildeten sich an den Kassen lange Warteschlangen, alle wollten in das Geschehen auf dem Marktplatz, der Unteren Marktstraße sowie dem Holzmarkt eintauchen. Bis einschließlich Sonntag locken hier edle Verköstigungen, die große Festtafel verführt zu typisch italienischen Gaumenfreuden, der prickelnde Prosecco kommt direkt aus dem Fass, und Valpolicella oder Bardolino munden.
Ein Fest fürs Auge ist auch der Kunst- und Handwerkermarkt mit Malerei und Mode, mit Schmuck und Geschmeide. Feuerschalen sorgen für das besondere Licht, Rosen- und Lavendelduft stimmen euphorisierend. Mehr als 50 Händler, darunter einige direkt aus Venedig, haben hier ihre Stände aufgebaut. Hinzu kommen die neun Spielflächen, auf denen das Wochenende über 30 Künstlergruppen auftreten, von der skurillen Puppenshow bis zur Performance mit durchsichtiger Riesenkugel, von packenden Choreographien, witzigen Szenerien bis zum Miniaturtheater. Und nicht zu vergessen die tollen Feuershows und der wunderbare Gesang.
Die Venezianische Messe ist am Samstag von 14 bis 24 Uhr und am Sonntag von 11 bis 22 Uhr geöffnet






Wählen Sie eine oder mehrere der folgenden Suchoptionen aus:
Interessiert Sie ein Thema ...
das Sie schon immer in der Zeitung lesen wollten? Gibt es in Ihrem Ort im Landkreis Ludwigsburg etwas, was sich die Redaktion genauer anschauen sollte?
Dann schreiben Sie uns, wir gehen der Sache nach.
