18.10.2012

Nach Bombendrohung Fingerabdrücke im Visier

Kriminalpolizei ermittelt nach anonymem Anruf aus der Telefonzelle – Polizeidirektion Ludwigsburg leitet die Untersuchung

Das Telefon der Ludwigsburger Verkehrslinien (LVL) stand am Dienstagnachmittag nicht still. „Wir hatten sehr viele Nachfragen“, berichtet der stellvertretende Betriebsleiter Frank Metzger. Viele Fahrgäste wollten am Telefon wissen, warum die Busse den zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) nicht anfuhren. Andere versuchten zu erfahren, wann es endlich weitergeht.

Nachdem ein anonymer Anrufer am Dienstag um 13.22 Uhr bei der Ludwigsburger Polizei mit einer Bombe im Bahnhof gedroht hatte, waren ZOB, Bahnhof und umliegende Gebäude direkt geräumt worden. Der Verkehr in der Myliusstraße konnte nicht weiterfahren, die Pflugfelder Straße wurde gesperrt. Zwar hat die LVL umgehend auf allen Linien zusätzliche Busse eingesetzt. Doch der ZOB ist für die LVL das Drehkreuz. Die Komplettsperrung hat sich sofort bemerkbar gemacht. Rund um den Bahnhof steckten Busse im Verkehr fest. Auch als die Polizei Bahnhof und ZOB um kurz nach 15 Uhr wieder freigegeben hatte, lief längst nicht alles reibungslos. „Die Auswirkungen auf den Busverkehr waren noch den ganzen Nachmittag über zu spüren“, so Frank Metzger.

Die Ermittlungen nach dem unbekannten männlichen Anrufer dauern derweil an. Inzwischen hat die Polizei die arabischen Sätze übersetzen lassen. Doch über die Bedeutung der Worte schweigt die Polizei gegenüber der Presse noch – aus ermittlungstaktischen Gründen.

Die Spurensicherung hat die Telefonzelle altes Postamt gegenüber dem Bahnhof genau untersucht. Offenbar hat der unbekannte Mann von dort aus den Drohanruf getätigt. Jetzt werden alle Spuren ausgewertet. Dazu gehören beispielsweise Fingerabdrücke. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg leitet die Ermittlungen zur Bombendrohung.

Wie viele Fahrgäste und Kunden täglich am Ludwigsburger Bahnhof unterwegs sind, darüber will die Bahn keine genauen Angaben machen. Bekannt ist, dass er vor allem in den Morgenstunden von Schülern und Pendlern stark frequentiert ist. Experten zufolge sollen es mehr als 30 000 Fahrgäste sein, die täglich dort ein- oder umsteigen.

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