MARKGRÖNINGEN/REMSECK | 20. Juni 2008

Ost-West-Achse für 208 Millionen Euro

Bis zu 174 Millionen Euro kostet der Bau einer Stadtbahn von Markgröningen bis Neckargröningen, einschließlich einer Verbindung zum Schwieberdinger Gewerbegebiet sowie mit einem Abzweig über Pattonville nach Aldingen. Wäre Waiblingen das Ziel, müssten 208 Millionen Euro investiert werden.

Nach den gestern bekannt gewordenen Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie käme eine Stadtbahn von Markgröningens Innenstadt bis nach Neckargröningen, ohne Abzweig nach Schwieberdingen und Aldingen auf 158 Millionen Euro.
Damit aber steht fest: Die Investitionen einer solchen Bahnverbindung liegen über der 100-Millionen-Euro-Schwelle und wären damit ein Schienenprojekt des Bundes. Bund und Land müssten 80 Prozent der Kosten übernehmen, wobei davon 60 Prozent auf den Bund und 40 Prozent aus das Land entfallen. Für das restliche Fünftel hätten Kommunen, Landkreis und Verband Region Stuttgart geradezustehen. Allein dieser kommunale Anteil käme, je nach Variante, auf einen Betrag zwischen 56 und 73 Millionen Euro. Eine Größenordnung, die ohne die Region wohl nicht zu stemmen wäre, wie Regionaldirektor Bernd Steinacher gestern in einem Gespräch mit unserer Zeitung sagte.
Die gemeinsame Machbarkeitsstudie der Beratungsgesellschaften Switch (Stuttgart) und DB International GmbH (Karlsruhe) gaben Anliegerkommunen, Landkreis und Region gemeinsam in Auftrag und teilten sich die Kosten zu je einem Drittel. Kommenden Montag wird sich erstmals der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik mit dem Anfang Juni unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Ludwigsburger Landratsamt vorgestellten Papier beschäftigen, am 2. Juli diskutiert der Verkehrsausschuss der Region, zusätzlich sind die Gemeinderäte von Schwieberdingen, Markgröningen, Möglingen, Ludwigsburg, Remseck, Kornwestheim und Waiblingen gefordert. Steinacher: „Sie müssen sagen, ob sie ein solches Projekt wollen.“
Denn die Trasse dürfte keineswegs überall auf Zustimmung stoßen: Sie würde quer durch Markgröningens Innenstadt, vor allem aber quer durch Ludwigsburg verlaufen. Steinacher: „Überall oberirdisch im Straßenraum.“ Die Gutachter sprechen von einer „optimalen zentralen Erschließung der Stadt Ludwigsburg“ als Teil dieser Ost-West-Achse. Die vorhandene Bahnstrecke Markgröningen–Ludwigsburg könne genutzt werden. Je nach Variante wird mit werktäglich 17 600 bis 21 200 Fahrgästen gerechnet. Die Gutachter sind überzeugt, dass durch eine Stadtbahn zusätzliche Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs gewonnen werden können. Das jährliche Defizit einer solchen Bahnlinie wird auf 3,3 bis 4,2 Millionen Euro geschätzt.
Nächster Schritt wäre eine Kosten-Nutzen-Analyse. Diese soll dann in Auftrag gegeben werden, wenn die Studie überall auf Zustimmung stößt.

Günter Bächle
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