REMSECK/PATTONVILLE MARKGRÖNINGEN/MÖGLINGEN | 26. März 2008

Prognose für die Stadtbahn fällt gut aus

Zu der Reaktivierung der Bahntrasse von Markgröningen nach Ludwigsburg mit einer Verlängerung nach Remseck ließ der Landkreis ein Gutachten erstellen: Rund 6,2 Millionen Menschen könnten die Stadtbahn nutzen, so das Ergebnis. Trotz der guten Prognose gibt es nicht nur Befürworter.

Das Gutachten, das Ende des Jahres 2006 vom Landkreis in Auftrag gegeben wurde, untersucht die Reaktivierung der Trasse zwischen Markgröningen und Ludwigsburg. 1975 wurde hier die Personenbeförderung eingestellt. Zudem prüft es die Verlängerung der Linie nach Schwieberdingen und Remseck und hat auch eine Ausweitung bis nach Waiblingen mit im Blick.
Der erste Entwurf des Gutachtens räumt dem Projekt durchaus Zukunftschancen ein. 158 bis 174 Millionen Euro würde das Vorhaben insgesamt kosten, die Strecke sollte größtenteils zweigleisig geführt werden. Bei einem Zehn-Minuten-Takt, der problemlos machbar wäre, könnten bis zu 6,2 Millionen Menschen im Jahr die Stadtbahn nutzen. 17 000 Fahrgäste wären dies pro Tag. Auch liegt der Kosten-Nutzen-Faktor der Strecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg bei 6,0 und damit sechsmal höher als der S-Bahn-Ringschluss zwischen Marbach und Backnang.
Einen Kosten-Nutzen-Faktor von 6,0 hatte auch ein Gutachten ergeben, das 1996 die Reaktivierung der Strecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg untersuchte. Rund 26 Millionen Mark Kosten wurden damals veranschlagt. Das Projekt wurde jedoch nicht realisiert. Auch weil Möglingen die Reaktivierung ablehnte. Die Gemeinde sah mehr Nachteile als Vorteile. So befürchtete sie unter anderem eine Ausdünnung der Buslinien und einen Eingriff in die Wohnqualität wegen des Lärms. Auch wurde bemängelt, dass es zu keiner Reisezeitverkürzung käme.
Die Trasse würde vom Ludwigsburger Bahnhof bis zur Stadtmitte und dann nach Osten bis zum Schorndorfer Tor führen. Über einen Schwenk könnte Pattonville angebunden werden. Enden würde die Bahn vorerst im Remsecker Stadtteil Aldingen. Eine weitere Variante wäre die Verbindung über Oßweil bis nach Neckargröningen.
Die Trasse über Pattonville hätte den Vorteil, dass sie wahrscheinlich mehr Fahrgäste nutzen, allerdings wäre eine Weiterführung nach Waiblingen von Neckargröningen aus einfacher. Dies soll jetzt noch näher untersucht werden, genauso wie die Anbindung des Industriegebiets von Schwieberdingen. Das endgültige Gutachten soll am 24. April vorgestellt werden.
„Wir begrüßen natürlich diese Untersuchung. Es wäre eine große Chance, den Verkehr zu reduzieren“, sagt der Remsecker Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger. Er ist für beide Varianten der Streckenführung offen. „Neckargröningen wäre interessant, wenn die Verlängerung nach Waiblingen kommen würde, sonst wäre Pattonville sicher besser“, sagt er. Auch bevorzugt er diese Linie gegenüber einer Verlängerung der Stadtbahn U 14, die derzeit in Aldingen endet, nach Pattonville.
Bei aller Freude sieht Schlumberger aber auch das Problem, das auf Ludwigsburg zukommen könnte. Hier herrscht zum Teil Skepsis, wie die Schienen durch die Stadt verlegt werden sollen.

Patricia Rapp
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