strassen
Ludwigsburg | 19. Mai 2017

Rüttelpiste am Kaffeeberg bleibt weiter ein Ärgernis

Es ist längst klar: Das Pflaster am Kaffeeberg war eine Fehlplanung, die Betonsteine halten der hohen Verkehrslast nicht stand. Doch der fällige neue Straßenbelag kommt frühestens 2019, wenn das Sanierungs- und Neubauprojekt Höfe am Kaffeeberg und damit der Baustellenverkehr abgeschlossen ist.

Wellengang am Kaffeeberg: Da kann es schon sein, dass das Gefährt wegrutscht.Archivfoto: Werner
Wellengang am Kaffeeberg: Da kann es schon sein, dass das Gefährt wegrutscht.Archivfoto: Werner
Deutliche Schäden im Detail.Archivfoto: Wolschendorf
Deutliche Schäden im Detail.Archivfoto: Wolschendorf

Zehn Jahre liegt das Pflaster auf der Straße vom Holzmarkt in Richtung Schloss, doch bereits nach der Hälfte der Zeit dämmerte es auch den begeistertsten Fans der Ludwigsburger Besonderheit: Die Betonsteine sind weder für solch eine viel befahrene Straße noch das Gefälle geeignet. Auch Baubürgermeister Michael Ilk wehrt sich schon lange nicht mehr gegen die Erkenntnis: „Bei dem Gefälle sind die Steine ins Wackeln gekommen.“ Mittlerweile herrscht im Kurvenbereich ein wahrer Wellengang, die Verkehrssicherheit ist aber auch beim Rest nicht mehr gegeben.

Deswegen wird immer wieder in Teilen nachgebessert, werden einzelne gebrochene Steine ersetzt oder befestigt. Laut Michael Ilk ist das nicht befriedigend: „Das sieht mit der Zeit schrecklich aus.“ Eigentlich sollte im Herbst – mit der Eröffnung des Marstalls und dem Abschluss der Bauarbeiten – die Straße komplett erneuert werden. Jetzt aber ist klar: Es wird noch an die zwei Jahre beim Flickwerk bleiben.

Denn der Verkauf von Grafenbau, Gesandtenbau und Kaffeehaus an der Schlossstraße inklusive dem hinteren Bereich schließt eine baldige Veränderung aus, weil für die Sanierung und den Neubau von 40 Wohnungen und Büros ein Baustellenverkehr wie beim Marstall erwartet wird, der den Belag in Mitleidenschaft ziehen würde. Ilk: „Die Straßensanierung macht jetzt wenig Sinn.“ Der Bauantrag für die Höfe sei gestellt worden, nach Abriss wird mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren gerechnet.

Der Baubürgermeister weiß, dass damit auch eine Grundsatzdiskussion ansteht, die seit Jahren überfällig ist. Machen die zugegebenermaßen hübschen, aber leider wenig resistenten Steine überhaupt Sinn? Quer durch die Stadt wurden sie bereits ausgetauscht, weil gebrochen oder locker. Dabei spielt Gefälle keine Rolle: Am Westausgang zeigt sich – bei Tempo 20 und gerade – dasselbe Bild: Lockere und gebrochene Steine, wohin man schaut.

Teils – wie in der Körnerstraße – wurden die Steine durch ein Kunstharz-Granulat-Gemisch ersetzt. Das ist bereits in Poppenweiler, Oßweil oder auf der Hartenecker Höhe zu finden. Und ist ebenfalls umstritten: Das helle Ocker verkommt mit der Zeit zu schmutzig gelb, inklusive schwarzem Reifenabrieb und Absinken etwa an den Gullirändern. Vor dem Schloss indes liegt farbiger Asphalt.

Michael Ilk tendiert nichtsdestotrotz zu der hellen Variante, ob farbiger Asphalt oder Gemisch. „Dunkel oder grau ist nicht so schön.“ Klar sei aber, dass die Straße nicht mehr mit Pflaster belegt werden soll. „Wir brauchen einen festen Untergrund.“ Die Diskussion fand schon 2008 ihren Anfang. Damals schon, nachdem extra ein Experte – und Fan – für Pflaster angereist war, entbrannte der Pflaster-oder-Asphalt-Streit. Der lässt nun bis Ende 2018 oder 2019 auf sich warten. Bis dahin allerdings bleibt den Auto-, Motorrad- und Fahrradfahrern am Kaffeeberg nur eines: Das Lenkrad oder den Lenker ganz, ganz fest halten.

von janna werner
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