LUDWIGSBURG | 15. Juli 2008

Schnecken zerstören den Kürbis des BlüBa-Chefs

Aus der Traum vom Riesenkürbis: BlüBa-Chef Volker Kugel wird den Züchtern dieses Jahr sicherlich keinen Platz auf dem Treppchen streitig machen. Seine Pflanze wurde Opfer einer Schnecken-Invasion.

Bilder: privat

Volker Kugel hatte beste Startbedingungen: Saatgut aus Italien, von der Familie Mombelli – letztes Jahr auf Platz drei bei der Europameisterschaft im Kürbiswiegen. Stolze 427,2 Kilogramm brachte das Exemplar der Mombellis auf die Waage. „Es gibt keine Ausrede“, gibt Volker Kugel daher unumwunden zu.
Zu Beginn sah alles noch bestens aus: Kugel gönnte dem wertvollen Kürbissamen ein Plätzchen hinterm Haus. Auf dem Häckselhaufen. „Vielleicht a bissle schattig – aber ansonsten ganz gut“, sagt er. Aufgemotzt wurde die Erde mit Dauerdünger. Und zwölf Tage nachdem der Samen in der Erde verschwunden war, sprießten die ersten Blätter. Zehn Stück hatten sich aus dem Samen gebildet – saftig grün ragten sie aus der braunen Erde.
Für Schnecken ein gefundenes Fressen. Und offensichtlich fühlten sich die Tierchen bei Kugels im Garten wie im Schlaraffenland. Sie hauten so richtig rein. Und vernichteten einen Großteil der Kürbispflanze. Als Volker Kugel im Garten nach dem Rechten sehen wollte, habe ihn fast der Schlag getroffen: „Ratzekahl leergefressen“ sei der Kürbis gewesen.
Doch als BlüBa-Chef und Pflanzen-Experte hat Kugel einen Ruf zu verteidigen. Daher hat er zur Gartenschere gegriffen und den Kürbis einfach nochmal richtig gestutzt. Um ihn vor den gierigen Schnecken zu schützen, hat er ein kleines Zäunchen gebaut und auch zur chemischen Keule gegriffen: Schneckenkorn.
Erwischt er einen Übeltäter, fackelt der BlüBa-Chef nicht lange: „Ich schneid’ se mit der Scher’ durch“, sagt Volker Kugel. Und verteidigt diese Methode der Schneckenvernichtung: Alles andere – etwa Bierfallen oder Salz auf dem Rücken – sei für die Tiere weitaus qualvoller. „Deswegen mach’ ich kurzen Prozess.“
„Ich seh’s jetzt halt olympisch“, sagt Volker Kugel. Denn einen Riesenkürbis wird sein Pflänzchen jetzt wohl nicht mehr hervorbringen: „Die Zeit ist einfach zu kurz.“
Volker Kugel ist einer von zahlreichen Kürbiszüchtern, die sich 2008 an die Riesenfrucht wagen. Obst- und Gartenbauvereine sowie Schulen aus dem Landkreis machen mit bei der Aktion „Mit der LKZ zum Riesenkürbis“, die am 5. Oktober bei der deutschen Meisterschaft im Kürbiswiegen im BlüBa endet.
Doch das Blühende Barock ist mit dem Misserfolg des Direktors noch lange nicht aus dem Rennen. Auch die Gärtner der Gartenschau züchten und der Chef gibt ohne mit der Wimper zu zucken zu: „Da sieht’s besser aus!“ Und für den Fall, dass nochmals eine Schnecken-Truppe in Kugels Garten anrücken sollte, hat er einen Notfallplan: „Dann kauf’ i mer halt en Kürbis!“
Info: Alle Artikel rund um die Riesenkürbis-Aktion gibt es auch im Internet unter der Adresse www.lkz.de. Zudem können Kürbiszüchter dort Bilder ihrer Pflanzen online stellen – kostenlos und mit wenigen Klicks.

Katja Sommer
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Mein Ort
Wählen Sie Ihren Ort
GerlingenDitzingenKorntal-MünchingenHemmingenSchwieberdingenEberdingenVaihingen an der EnzMöglingenLudwigsburgAspergKornwestheimRemseck am NeckarMarkgröningenOberriexingenSersheimTammFreiberg am NeckarBenningenMarbach am NeckarErdmannhausenAffalterbachSteinheim an der MurrMurrPleidelsheimIngersheimBietigheim-BissingenSachsenheimFreudentalLöchgauBesigheimHessigheimMundelsheimGroßbottwarOberstenfeldPrevorstGemmrigheimWalheimErligheimBönnigheimKirchheim am NeckarOttmarsheim
Nachrichten und mehr aus Ihrer Region!
Kinoprogramm
Schnellsuche

Wählen Sie eine oder mehrere der folgenden Suchoptionen aus:

Anzeige