TAMM | 04. Juni 2008

Schüler zeigen: Mit Rockmusik lässt’s sich leichter lernen

(fk) – Vor 40 Jahren wäre Rockmusik als pädagogisches Mittel noch undenkbar gewesen. Inzwischen zeichnet das Land Baden-Württemberg mit dem Förderpreis „Unsere Schule rockt“ Bildungseinrichtungen aus, die harte Klänge erfolgreich in den Lehrplan integrieren. Drei Schulen im Landkreis wurden geehrt – auch die Gustav-Sieber-Schule in Tamm.

Bild: Alfred Drossel

Die 4a ist wohl der Traum aller Lehrer: Eine aufmerksame Klasse, deren Schüler Gedichte rhetorisch versiert vortragen und vertonen, hierzu selbstständig Choreographien entwickeln und das Ganze auch noch kurz vor Unterrichtsschluss bei 28 Grad im Klassenzimmer mit voller Konzentration im Chor aufführen.
Für die Schüler der 4a ist das selbstverständlich. Seit zwei Jahren vertonen sie mit ihrem Klassenlehrer Peter Hömseder Gedichte von bekannten Autoren und Texte, die Hömseder selbst geschrieben hat.
Für den Pädagogen bietet die Verbindung von Gedichten und Rockmusik gleich mehrere Vorteile: „Musik ist Magie. Die Kinder lernen Gedichte auswendig – und zwar gerne. Durch die Entwicklung der Choreographien üben sie dann Teamarbeit.“ Außerdem malen sie Bilder zu den Bewegungen, die sie dann gemeinsam in Tanz umsetzen. „So wird neben Deutsch, Musik und Sport auch das Fach Kunst in den Unterricht integriert.“
Tatsächlich bestätigt Schülerin Anna-Maria: „Es macht uns Spaß, Gedichte zu lernen und vorzutragen.“ Nur durch diese Bereitschaft sind wohl auch die Sicherheit und das rhetorische Geschick zu erklären, mit denen die Kinder die Gedichte rezitieren, bevor sie diese – begleitet vom Gitarrenspiel ihres Lehrers – singen.
Hömseder sieht in seiner Arbeit auch ein geeignetes Mittel, Schüler unterschiedlicher Nationen zusammenzuführen: „Wir haben Kinder aus neun Nationen, 45 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund. Gemeinsam tragen sie deutsche Gedichte vor.“
Unter dem Namen „Herrn Hömseders musikalische Klasse“ hatte die 4a inzwischen auch einige Auftritte. Aus einem Besuch der Ludwigsburger Theo-Lorch-Werkstätten – einem Haus für Menschen mit Behinderungen – im Sommer 2007 ergab sich zufällig eine Kooperation mit der Brenz- Band. Die Schüler wurden von den bekannten Musikern zu mehreren Konzerten eingeladen. So traten sie schon vor bis zu 800 Zuhörern auf.
„Das steigert das Selbstbewusstsein“, sagt Hömseder. Außerdem hätten die Kinder gelernt, mit behinderten Menschen ganz normal umzugehen: „Auch das ist Rockmusik.“
Info: Am 12. Juli tritt „Herrn Hömseders musikalische Klasse“ mit der Brenz-Band im Ludwigsburger Albert-Knapp-Heim auf, am 20. Juli auf dem Fleckenfest in Tamm. Weitere Informationen unter:

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