LUDWIGSBURG | 20. Mai 2008

Schweizerin bewacht Blumenhaus

Auch ein makelloser Stammbaum garantiert kein sorgenfreies Leben. Könnte Hundedame Queeny reden, hätte sie da einiges dazu zu sagen.

Bild: Alfred Drossel


Denn als der reinrassige Entlebucher Sennenhund zu dem Ludwigsburger Landschaftsarchitekten Peter Kluczynski und der Floristin Sigrid Hoffmeister vom gleichnamigen Blumenhaus kam, war er „total verschüchtert und hat keinen Menschen an sich ran gelassen“, erzählt sein Frauchen.
Dabei könnte man meinen, dass Besitzer diese Hunde aus gutem Grund hegen und pflegen: Reinrassige Entlebucher Sennenhunde sind so selten, dass sie nur mit Geduld zu kriegen sind. „Als wir uns für diese Rasse entschieden haben, hat man uns gleich gesagt, dass man da ein bis zwei Jahre warten muss, bis man so einen Hund bekommt“, erzählt Peter Kluczynski.
Doch beim Entlebucher Club hörten die beiden Ludwigsburger von einem Tier, der seinem Züchter zurückgegeben wurde, „weil es angeblich psychisch gestört sei“, entrüstet sich Sigrid Hoffmeister noch heute. Da sie, ihr Mann und Sohn Moritz, schon Erfahrung mit dieser Rasse hatten, ließen sie sich von diesem Urteil nicht beirren.
„Entlebucher sind ganz tolle Hunde“, erklärt Sigrid Hoffmeister. „Sie kommen aus dem Entlebuch, einem Gebirgszug mit Tal im Schweizer Kanton Luzern, das parallel zum Emmental liegt. Noch heute hüten sie dort die Kühe. Sie sind eifrige Arbeitstiere und sehr gehorsam. Die muss man kaum erziehen, sie verstehen ihr Herrchen oder Frauchen ganz von alleine.“
Queeny durfte also nach Ludwigsburg kommen. Etwa zweieinhalb Jahre war sie da schon alt und ihrer neuen Familie hat sie erst einmal einige Geduld abverlangt. „Sie saß in einer Ecke und wollte gar nicht rauskommen“, so Sigrid Hoffmeister. Sie vermutet, dass Queeny geschlagen wurde, denn zu fremden Männern hat sie bis heute ein problematisches Verhältnis.
Von psychisch gestört jedoch keine Spur: Die schlaue Queeny bekam nach und nach heraus, dass sich ihr Leben doch noch zum Guten gewendet hatte. Ihrer neuen Familie dankt sie das seither mit Treue und Anhänglichkeit.
„Sie kann stundenlang still bei mir im Büro liegen und sich freuen, dass sie dabei sein darf“, erzählt ihr Herrchen. „Andererseits hält sie auch wacker bei Fuß durch, wenn wir mal wieder joggen gehen.“ Und wagt sich nächtens jemand Fremdes zu nahe an das Wohn- und Blumenhaus an der Ecke Leonberger- und Seestraße gibt sie sofort Laut.
Längst ist aus dem verängstigten Hund eine zufriedene Queeny geworden, die jede Gelegenheit zum Schwimmen beim Schopfe packt, die Familie am liebsten beieinander sieht und lediglich bei Katzen ihrem Jagdtrieb erliegt. Sie futtert für ihr Leben gern und kann dabei Käse unmöglich wiederstehen. „Verwöhnt wird sie aber nicht“, stellt Peter Kluczynki klar. „Wir versuchen, so weit wie möglich auf ihre Bedürfnisse einzugehen, aber nicht so sehr, dass sie versucht, den Chef zu spielen.“
Damit kann Queeny prima leben. Zumal sie etliche ziemlich bedingungslose Bewunderer hat. „Am liebsten sitzt sie im Blumenladen und beobachtet“, erzählt Sigrid Hoffmeister. „Viele Kunden finden das ganz toll.“
Warum sie dort aber bei manchen Menschen einfach losbellt und bei anderen nicht, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. „Wir können uns keinen Reim drauf machen“, so Sigrid Hoffmeister, „und nehmen sie einfach so wie sie ist.“

Annette de Cerqueira
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