Ausstellung
Ludwigsburg | 29. November 2016

Sportwagen mit Kultstatus in ein besonderes Licht gerückt

Ferrari-Spezialist Günther Raupp präsentiert zwei Dutzend Fotos der roten Flitzer aus Maranello im Rathaus – Bewegung, Hörerlebnis und Gerüche im Bild

Seit 1985 ist Günther Raupp offizieller Ferrari-Fotograf.Foto: Oliver Bürkle
Seit 1985 ist Günther Raupp offizieller Ferrari-Fotograf.Foto: Oliver Bürkle

Der Ferrari wird gern als Kult oder Mythos bezeichnet und magische Anziehungskraft beweist er auch in Murr. Zur Eröffnung der Ausstellung mit Arbeiten des offiziellen Fotografen und Designer des Ferrari-Kalenders, Günther Raupp, drängelten sich die Besucher im Foyer des Rathauses. Dass der erfolgreiche Fotograf seit 1989 in Murr lebt, mag ein Übriges dazu beigetragen haben, die Mitbürger anzulocken.

In der Ausstellung sind zwei Dutzend großformatige Ferrari-Fotos in speziellem Druckverfahren zu sehen, die das Fahrzeug im wahrsten Wortsinn ins besondere Licht rücken. Vorgestellt wurde bei der Ausstellungseröffnung außerdem der Ferrari-Kalender 2017.

Bürgermeister Thorsten Bartzsch bezeichnete es als besonderes Highlight, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kulturprisma Murr“ Werke von Günther Raupp ausstellen zu dürfen. Damit reihe sich die Gemeinde ein in die Liste klangvoller Namen wie Maranello – italienischer Entstehungsort des Ferrari –, Stuttgart, Basel, Valencia oder Unesco-Weltkulturerbe Stahlhütte Völklingen. „Manche mögen da von einem Bruch sprechen, aber ich sehe das nicht so“, erklärte der Bürgermeister von „Murranello“, wie die Gemeinde während der Ausstellungsdauer scherzhaft genannt wird. Er schwärmte, „Ferrari ist keine Automarke wie jede andere, sondern etwas Besonderes“. Hinter jedem Bild stecke eine Geschichte und man könne nur erahnen, was Raupp in der Zeit der Fotoaufnahmen erlebt habe.

Eine Einführung in die Ausstellung gab der Germanist und ehemalige Lehrer Peter Lauck. „Wie fotografiert man einen Mythos?“ stellte Lauck die Frage in den Raum, die er sogleich selbst beantwortete. Seit 1985 offizieller Ferrari-Fotograf gelinge es Raupp ausdruckssicher „in zweidimensionalen Bildern das schönste dreidimensionale Auto“ zu fotografieren. Bewegung, Hörerlebnis und Gerüche würden vermittelt. Um einen Ferrari im Sonnenuntergang zu fotografieren, müsse Raupp ewig auf den richtigen Moment warten, der ganz schnell wieder vorbei sei. Aus verschiedenen Perspektiven zeige der Fotograf „die kompromisslose Qualität der Rennwagen“. Dramaturgie werde immer wieder neu erfunden, Bewegungslosigkeit in Kontrast zu unterschwelliger Dynamik gestellt. „Gezielt setzt Günther Raupp Licht ein, um Formen zu betonen, aber auch zu verfremden und zu überhöhen“, erklärte Peter Lauck. Der Fotograf arbeite auch heraus, dass sich die „vierrädrigen Sehnsuchtsobjekte“ nicht vereinnahmen ließen, weder als „Potenzsymbol oder Prestigeobjekt.“

Auch Günther Raupp sprach ein paar Worte. Die Arbeit eines Profifotografen mit 140 Kilogramm schwerer Fotoausrüstung schilderte er als Knochenarbeit. Der Mann, der in aller Welt unterwegs ist, drückte seine Freude aus, „endlich die Gelegenheit zu haben, meine Arbeiten in diesem wunderschönen Rathaus auszuhängen“. Und weil er Murr etwas zurückgeben wolle, spende er zehn seiner neuen Ferrari-Kalender zugunsten des AK Asyl. Anschließend hatten die Besucher Gelegenheit, den neuen Kalender zu kaufen und natürlich die Ausstellung zu betrachten. In sehr farbintensiven Bildern war der Ferrari in kompletter Ansicht oder Detailaufnahme zu sehen. In freier Landschaft oder vor pompöser Villa. Auch in Kombination mit den Elementen Feuer, Wasser und Luft hat Raupp den Sportwagen mit der Kamera festgehalten. Der Ferrari, der geradezu durch die Luft fliegt oder durch Wasser fährt. Oder das Fahrzeug mit gelbem Flammenschweif aus dem Auspuff. Ein Besucher wagte auszusprechen, was an diesem Abend fast einem Tabubruch gleichzukommen schien. „Das sind unverbrannte Abgase, ein Ferrari ist eine echte Drecksschleuder“, wies er darauf hin, dass der Sportwagen zu den Autos mit den höchsten Emissionen gehört und bei seinem CO-Label die schlechteste Einstufung hat, die rote Effizienzklasse G.

Info: Die Ausstellung im Rathaus ist bis 10. Februar 2017 zu sehen.

Beate Volmari
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