REMSECK | 24. Juli 2008

Stadtbahn: „Nordostring auf Schienen“

Ginge es nach den Remsecker Stadträten, stünde dem Bau einer Stadtbahn nichts mehr im Wege. Aber, sagte Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger, „nicht wir, sondern die Stadt Ludwigsburg spielt die entscheidende Rolle“. Und deren Stadträte haben zumindest ihr Okay für eine Kosten-Nutzen-Untersuchung gegeben.

Archivbild: Richard Zeller

Zwar stellte Markus Dietermann, Mitverfasser der Machbarkeitsstudie „Schienenverkehr Schwieberdingen-Markgröningen-Ludwigsburg-Remseck“, den Räten am Dienstagabend die gesamte Studie vor. Sein Schwerpunkt lag aber auf dem östlichen Untersuchungsraum: von Ludwigsburg nach Remseck.
Drei Varianten gibt es, von denen die Remsecker unmittelbar betroffen wären. Die eine Strecke führt von Markgröningen, Schwieberdingen und Ludwigsburg-Oßweil nach Neckargröningen. Zwei Haltestellen sind in Remseck vorgesehen: Neckargröningen-Gerstäcker und Neckargröningen-Mitte. Die Nachfrage nach dieser Strecke hält sich laut Berechnungen jedoch in Grenzen, 1400 Fahrgäste würden sie am Tag durchschnittlich in Anspruch nehmen.
Anders sähe es aus, wenn die Trasse von Neckargröningen aus bis nach Waiblingen verlängert würde: 3300 Fahrgäste wären es dann. Wie Markus Dietermann sagte, wurde diese Variante jedoch nur oberflächlich untersucht. Die Stadt Waiblingen hat die Verlängerung der Schienenverbindung von Waiblingen nach Neckargröningen analysiert. Da das Ergebnis positiv war, hat der Waiblinger Rat beschlossen, diese Planungen weiterzuverfolgen. Deswegen wurde diese Variante nun parallel unter die Lupe genommen.
Bei dem Schienenausbau bis nach Waiblingen „haben wir unterstellt, dass wir eine neue Brücke brauchen“, sagte Dietermann. Denn noch sei nicht sicher, wie die Entwicklung weitergehe, kam der Geograf auf die Aldinger Neckarquerung zu sprechen. Die Kosten für die Brücke beliefen sich auf 4,5 Millionen Euro. Die dritte Variante führt von Ludwigsburg-Grünbühl über Pattonville nach Aldingen. Diese würde drei Stationen in Pattonville bedienen: Berufsschule, Martin-Luther-King-Straße und Realschule. In Aldingen sind an der Berliner Straße und am Hornbach Haltestellen vorgesehen. Laut Berechnungen würden 2700 Fahrgäste diese Linie nutzen. „Die Erfahrung zeigt, dass wir mit diesen Zahlen auf der sicheren Seite sind“, sagte Dietermann. Es sei sogar mit mehr Fahrgästen zu rechnen.
Für CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Hubert Effenberger wäre die „Hauptattraktivität gegeben, wenn es eine Durchbindung bis Waiblingen gäbe“. Generell begrüße seine Fraktion die Stadtbahnpläne: „Wir müssen hier ohnehin unter viel Verkehr leiden.“ Die FDP präferiert die Streckenvariante über Pattonville nach Aldingen, wie Fraktionsvorsitzender Gustav Bohnert sagte.
Zustimmung für die Stadtbahn gibt es von allen Remsecker Räten. Bereits im Flächennutzungsplan 2015 haben sie ein klares Bekenntnis für die Stadtbahn gegeben (wir berichteten). Für Grünen-Fraktionschef Dr. Karl Burgmaier ist die Bahn sogar der „Nordostring auf Schienen“. Laut Dietermann ist ein Zeitrahmen für die Umsetzung von acht bis zehn Jahren realistisch.
Unklar ist bisher noch, in welchem Takt die Bahnen fahren sollen. Die Stadtbahn U14 fährt derzeit alle zehn Minuten in Remseck ab. Von Neckargröningen aus alle 20 bis 30 Minuten nach Oßweil oder Waiblingen, wie in der Machbarkeitsstudie vorgestellt, ist für FDP-Stadträtin Marianne Günther zu wenig. Von Aldingen nach Pattonville wären die Zeiten ähnlich. „Ich denke, ein Verkehrsmittel ist erfolgreicher je knapper die Takte sind.“ Wie Markus Dietermann sagte, sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.
Der Gemeinderat stimmte einer Kosten-Nutzen-Untersuchung zu, für die 20 000 Euro fällig werden. Die beteiligten Kommunen – Ludwigsburg, Remseck, Möglingen, Markgröningen und Schwieberdingen – tragen die Kosten. Für Remseck fallen insgesamt 1600 Euro an.

Dorothee Kauer
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