22.09.2012

Unfallschwerpunkte: Kreistag kritisiert Untätigkeit des Landes

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Ludwigsburg steigt von Jahr zu Jahr. Vor allem Bund und Land seien in der Pflicht, Gefahrenstellen auf ihren Straßen zu entschärfen, betonen die Mitglieder des Kreistags.

Ein tödlicher Unfall ereignete sich im Oktober 2011 bei Marbach. Wie so oft war dabei überhöhte Geschwindigkeit die Ursache.

Genau 14 237-mal hat es auf den Straßen im Landkreis Ludwigsburg im vergangenen Jahr gekracht (2010: 13 347). Dabei wurden 1938 Personen verletzt (1667), 16 Menschen starben (13). Laut Jürgen Vogt, Dezernent für Recht, Ordnung und Verkehr der Kreisverwaltung, waren die hauptsächlichen Ursachen Vorfahrtsverletzungen, überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot.

Es gebe Gefahrenschwerpunkte, denen mit Änderungen im Verkehrsrecht nicht beizukommen seien. Dann müsse über einen Umbau der Örtlichkeiten nachgedacht werden. Doch viele Straßen lägen im Verantwortungsbereich von Land und Bund – und dort geschehe aus Kostengründen oft nichts.

Entsprechend groß war die Schelte, welche die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik des Kreistages gestern in Richtung der höheren Verwaltungsebenen verteilten. „Das Land setzt die Prioritäten falsch“, sagte Albrecht Fischer (CDU). Dabei gebe es mehrere Stellen, „die seit Jahren in der Bauvorbereitung sind“. Etwa die Gerlinger Schillerhöhe, wo ein Kreisel entstehen soll. Dort ereigneten sich 2011 erneut sieben Unfälle mit insgesamt sechs Verletzten. Ähnlich ist die Situation an der Kreuzung von Ludwigsburger (L 1126) und Höpfigheimer Straße (K 1610) in Steinheim. Bei sieben Unfällen wurden zwei Personen verletzt. Ein Kreisel war für 2012 geplant, wurde aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Anstatt dort etwas zu tun, werde von den Kreisen gefordert, potenziell gefährliche Installationen von Kreisverkehren zu entfernen, schimpfte Eberhard Weigele (FW). „Und selber tut man gar nichts.“

Landrat Rainer Haas bereitet aber auch noch anderes Sorgen: Bei Unfällen auf Kreisstraßen würden zunehmend Verfahren gegen die Kreisverwaltung angestrengt. Wenn nun eines Tages tatsächlich ein Verkehrsteilnehmer durch das Beiwerk eines Kreisels verletzt werde, dann benötige es keines besonders gewieften Anwaltes mehr, um vor Gericht Recht zu bekommen.

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