LUDWIGSBURG | 07. Mai 2008

Wenn Dackeldame Käthe ihr Herrchen kurz vergisst

Karl Strengers Hobby ist die Jagd. Logisch, dass da im Hause des Immobilienunternehmers nicht irgendwelche Vierbeiner, sondern zwei ausgebuffte Jagdhunde mit zur Familie gehören.

Bild: Alfred Drossel


Carla, die knapp vier Jahre alte Deutsche Drahthaar-Hündin, hat es sogar schriftlich, dass sie etwas ganz besonderes ist: Sie hat nicht nur die „Jagdprüfung“, sondern sogar auch noch die „Brauchbarkeitsprüfung“ abgelegt. Will heißen, dass auf sie zum Beispiel echt Verlass ist, wenn es drum geht, Wildschweine auf die Jäger zuzuscheuchen. Und als „Schweißhund“ erschnüffelt sie noch nach Stunden jede Fährte.
Interessanten Tiergerüchen auf freier Flur kann auch Käthe, die gewitzte Rauhaardackelhündin, nicht widerstehen. Dann gibt sie richtig Gas mit ihren kurzen Beinchen – und ist so schnell nicht wieder aufzufinden. Kürzlich musste Karl Strenger nach langem Rufen sogar allein zurück nach Hause.
Nach halbwegs durchwachter Nacht war Ingrid Strenger dann schon frühmorgens wieder im Wald an Ort und Stelle. Dort fand sie Käthe exakt an jenem Platz, an dem sie sich tags zuvor davon gemacht und wo Karl Strenger vorsichtshalber seinen Pullover hinterlassen hatte. „Da saß sie, war völlig durchgefroren und noch den halben Tag beleidigt, weil bei ihrer Rückkehr nicht gleich jemand zur Stelle war“, erinnert sich Ingrid Strenger und muss lachen.
Auch Carla hat es manchmal faustdick hinter den Ohren. So haben die Strengers einmal eine große Schüssel Crème brûlée ratzeputz leergeschleckt gefunden, die eigentlich für Gäste bestimmt und nur kurz zum Abkühlen auf der Terrasse abgestellt war.
Carla und Käthe sind dicke Freunde, seit die heute zweijährige Käthe als Welpe ins Haus Strenger kam. Dort haben Hunde schon immer dazugehört. „Schon wegen unserer drei Töchter“, so Ingrid Strenger. Vierbeiner seien eine gute Schule, um Verant- wortung zu übernehmen. Bis heute geht die 15-jährige Tochter Lou fast täglich mit den beiden spazieren.
„Sie sind natürlich auch ein Schutz“, findet Karl Strenger. Schon mit Herrchen und Frauchen daheim ist Carla manchmal nur mit bestimmtem Zureden bereit, Unbekannte ins Haus oder auch nur in den Garten zu lassen. Sind die beiden allein zu Hause, wagt sich am besten niemand in die Nähe. „Einmal ging der Alarm los, als wir weg waren, da haben sie nicht mal die Leute vom Wachdienst reingelassen, die nach dem Rechten sehen wollten“, erzählt Ingrid Strenger.
Die beiden können aber auch richtig lieb sein. Carla apportiert morgens brav die Zeitung und Käthes Welt ist vor allem dann so richtig in Ordnung, wenn sie sie von Frauchens Schoß aus betrachten darf.
Eigentlich hatte Karl Strenger ja auf Verstärkung in seinem reinen Frauenhaushalt gehofft: „Ich wollte immer einen Rüden.“ Doch erst kam Carla, und die brauchte dann eine Freundin. Inzwischen mag aber auch der Herr des Hauses seine beiden Begleiterinnen bei den Streifzügen durch Wald und Flur sowie den morgendlichen Joggingrunden längst nicht mehr missen.

Annette de Cerqueira
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