LUDWIGSBURG | 19. Januar 2012

Wirtschaft erwartet ein gutes Jahr 2012

Ludwigsburg – Schuldenkrise hin, Konjunkturrisiken her – die Wirtschaft im Kreis strotzt vor Kraft. Kein Wunder, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ludwigsburg von ihrem Neujahrsempfang Superlative meldet: Rekordzahl bei den Gästen und mit EU-Kommissar Günther Oettinger sowie Bundesbankchef Jens Weidmann sind die Gastredner so hochkarätig vertreten wie kaum zuvor.

Bilder: Holm Wolschendorf

Das Defilee im Ludwigsburger Forum am Schlosspark will gestern nicht enden. Die Gästeschar schiebt sich in einer langen Schlange die Treppe hinauf zum Foyer vor dem Bürgersaal. Dort steht das Empfangskomitee der IHK Ludwigsburg bereit. Geschäftsführer Jochen Haller und Präsident Heinz-Werner Schulte begrüßen, lächeln und schütteln Hände – so viele wie bisher noch nie. „525 Gäste sind gekommen“, freut sich Haller, der den Andrang vor allem auf die beiden populären Hauptredner zurückführt.
Um Bundesbankpräsident Jens Weidmann habe sich die IHK schon seit dessen Amtsantritt im April vergangenen Jahres bemüht, berichtet Haller. Weidmann sei bisher noch nie in der Region Stuttgart aufgetreten. Seine Anwesenheit beim Ludwigsburger IHK-Neujahrsempfang wertet Haller als eine Referenz an die starke Wirtschaftsregion.
Auch erfüllt Haller mit Stolz, dass Günther Oettinger als EU-Kommissar, ehemaliger baden-württembergischer Ministerpräsident und Ditzinger dem Kreis Ludwigsburg mit häufigen Besuchen die Treue halte. „Für den ist das hier ein Heimspiel.“
Drängende Fragen richtet IHK-Präsident Schulte an Energiekommissar Oettinger und Währungshüter Weidmann. Sorge bereite der heimischen Wirtschaft die Schuldenkrise, der Euro und die Inflationsentwicklung. Aber auch die Energiepolitik brenne den Unternehmen auf den Nägeln. Sie seien beunruhigt, ob im Zuge der Energiewende die Versorgung gesichert sei und die Preise stabil blieben.
Sowohl Weidmann als auch Oettinger erteilen diesen Bedenken eine klare Absage. Die Themen Euro und Energie seien von der IHK richtig gewählt, betont Oettinger. Bezahlbare Energie sei das entscheidende Kriterium für Wachstum und Wohlstand am Standort Deutschland. Deshalb sei eine Agenda 2020 für eine kluge Energiepolitik gefordert.
Mit Stromausfällen müsse die deutsche Wirtschaft nicht rechnen. Es sei aber nötig, in den Ausbau der Netze zu investieren, um Strom transportieren zu können. Die Wirtschaft müsse sich hier einmischen und versuchen, im Rahmen europäischer Partnerschaften die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Weidmann zerstreute Ängste, dass die Verwerfungen auf den Finanzmärken die Wirtschaft belasten könnten. Trotz der Schuldenkrise gebe es Wachstum. Zwar sei nicht auszuschließen, dass die Nöte der Schuldenländer sich auch auf Baden-Württemberg auswirkten. Mit einem Einbruch sei aber nicht zu rechnen, zumal der starke Konsum der Konjunktur kräftig Schub gebe.
Weidmann forderte eine strenge Sparpolitik, um die Schuldenkrise zu lösen. Seine Aufgabe sei es, für stabiles Geld zu sorgen, denn das sei der beste Beitrag, den die Bundesbank für die Wirtschaft leisten könne.

Birgit Ebner
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