



Dem Umbau des früheren Verwaltungsgebäudes lag der Wunsch zugrunde, wieder mehr Käufer in die Bietigheimer Altstadt zu holen. Das Breuningerland, gleich in der Nachbarschaft, hatte dem Einzelhandel stark zugesetzt. Vor einigen Jahren wollte die Stadt wieder eigene Akzente setzen und gab ein Konzept in Auftrag, das dem Einzelhandel auf die Sprünge helfen sollte. Dieses sah vor, am Anfang und Ende der Bietigheimer Fußgängerzone, sogenannte Frequenzbringer einzurichten. Im unteren Bereich sollte es das neugestaltete Kronenzentrum mit seinen Läden sein und weiter oben eben die Marktplatz Arkaden für den gehobenen Einzelhandel.
Zwischen diesen beiden Polen sollte sich das Geschäftsleben in der Altstadt abspielen und offensichtlich ist die Rechnung aufgegangen. Im Kronenzentrum werden zufriedenstellende Umsätze gemacht, ebenso wie in den Marktplatz Arkaden. Davon profitiert auch der restliche Einzelhandel in der Fußgängerzone.
„Für uns war es die beste Investition, die wir machen konnten“, sagt Bernd Ernst von der Firma Optik Geiselmann. Das Unternehmen ist schon seit 40 Jahre in der Stadt ansässig, doch bisher hatte man seine Geschäfte außerhalb der Altstadt betrieben. Ernst: „Wir sitzen hier auf dem Präsentierteller, das bringt neue Kunden und mehr Umsatz.“
Auch bei der Firma Spiele Wiedmann ist man zufrieden mit den Geschäften. „Die Erwartungen haben sich erfüllt. Wir sehen unser Engagement durchaus positiv“, sagt Inhaber Matthias Wiedmann. Auch wenn der Innenhof des neuen Kaufhauses manchmal etwas ausgestorben erscheine, der Umsatz stimme. Das liege auch an dem klug gewählten Branchenmix.
Eine deutliche Verbesserung sieht auch die Vinothek der Felsengartenkellerei Besigheim. Das Ladengeschäft der Genossenschaft war einst in der Schieringer Straße beheimatet, ebenfalls in der Bietigheimer Altstadt. „Doch dort kam deutlich weniger Laufkundschaft. Hier in den Marktplatz Arkaden sind wir gut aufgehoben“, so Stefanie Reiter. Schon allein durch die größeren Räumlichkeiten sei der Umsatz deutlich gestiegen. Wobei es nicht allein auf den Verkauf ankomme, die Felsengartenkellerei wolle in Bietigheim auch repräsentieren.
Lob gibt es für die Stadt Bietigheim-Bissingen. Alle Geschäfte fühlen sich von ihrem Vermieter gut betreut. Die Kommune betreut auch die Öffentlichkeitsarbeit der Läden in den Marktplatz Arkaden.
Doch genau in diesem Bereich ist man im Rathaus, genau gegenüber, noch nicht ganz zufrieden. „Der Standort wird noch zu wenig wahrgenommen, daran müssen wir noch arbeiten und unser Marketing verbessern,“ sagt Anette Hochmuth von der Stadtverwaltung. Ansonsten ist man mit der Umsetzung des Einzelhandelskonzeptes in der Stadt recht zufrieden. Als Nächstes soll ein großer Markt für Lebensmittel und Elektroartikel in den Mühlwiesen entstehen. Das Vorhaben ist nicht ganz unumstritten, denn gleichzeitig ließ die Stadt im Big-Park-Gelände am Bahnhof jeglichen zusätzlichen Einzelhandel per Bebauungsplan verbieten.
Dieses Vorgehen ist zumindest vorerst gescheitert, seit der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim die Bebauungspläne für unwirksam erklärt haben. Hochmuth: „Wir wollen an unserem Einzelhandelskonzept festhalten mit den drei Zentren Bietigheimer Altstadt, dazu werden auch die Mühlwiesen gezählt, das Ortszentrum von Bissingen und das Buchzentrum.“







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