LUDWIGSBURG | 23. Juni 2008

Zwei Retriever als perfekte Partner für das Rote Kreuz

Wir leisten zusammen psychische Erste Hilfe für Menschen in Krisensituationen“, sagt Michael Vögele, Kreisvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der auch als Notfallseelsorger arbeitet. Mit wir meint er sich selbst und seinen knapp dreijährigen Golden Retriever Ben.

Bild: Michael Fuchs


Als Notfallseelsorger muss Vögele Menschen bei Todesfällen von Angehörigen oder Freunden betreuen und verzweifelte Familienmitglieder in Vermisstenfällen beruhigen. An seiner Seite begleitet ihn dabei oft sein treuer Freund Ben. „Ich frage die Leute allerdings vorher, ob es sie stört wenn ich meinen Hund mitbringe“, erklärt der DRK-Vorsitzende.
Als Hund ist Ben zu etwas in der Lage, das vielen Menschen nicht gleich gelingt: Einen ersten Kontakt zu Personen in Krisensituationen aufzubauen. Oft sind diese völlig verschlossen und lassen niemanden an sich heran. Vor allem bei Kindern sei Ben ein perfekter Partner, um eine Türe zu ihnen zu öffnen.
„Ben geht auf die Leute zu und lässt sich von ihnen streicheln“, erzählt Vögele. Manche Leute erzählen dem Hund dann ihre ganze Lebensgeschichte. Andere legen sich mit ihm zusammen auf die Couch und genießen seine Nähe. Ben bleibt in jeder Situation ruhig. Und auch die Menschen beruhigen sich. Wegen dieses ausgeglichenen Gemüts kann Ben auch als Besuchshund in Alten- und Pflegeeinrichtungen mitgenommen werden.
Etwas mutiger und stürmischer ist der neun Monate alte Ole. Auch er ist ein Golden Retriever. Allerdings wird Ole derzeit zum Flächensuchhund des DRK ausgebildet. Dafür braucht ein Hund eine sehr gute körperliche Verfassung und ein absolut korrektes soziales Verhalten.
Flächensuchhunde kommen zum Einsatz, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass vermisste Personen sich in einem bestimmten Gebiet aufhalten. In den meisten Fällen geht es dabei um Demenzkranke, die sich verlaufen haben oder um Selbstmord-Gefährdete.
Diese Ausbildung erfordert von Michael Vögele und Ole ein hartes Training. Mindestens zweimal in der Woche müssen sie auf den Hundeübungsplatz. Am Ende der Ausbildung, die zwei Jahre dauert, muss jedes Hund-Mensch-Team eine Prüfung bestehen. Ole muss dann zeigen, dass er eine gesuchte Person in einem abgesteckten Gebiet erschnüffeln kann. Und für Vögele bedeutet das vor allem, dass er seinen Hund „lesen kann“– will heißen, dass er die Signale und Zeichen, die Ole bei einem Einsatz gibt, auch verstehen kann.
Neben der Arbeit haben die drei natürlich auch ein Privatleben. Zusammen mit Michael Vögele und seiner Frau leben Ben und Ole im Haus in Mundelsheim. „Die beiden sitzen im Wohnzimmer mit uns oder auf der Terrasse“, erzählt der DRK-Vorsitzende. Nur ins Schlafzimmer dürften sie nicht. Dreimal am Tag müssen Ben und Ole raus. Bei den Spaziergängen kann auch das Herrchen abschalten. „Ich bin viel ausgeglichener seit die beiden bei mir sind“, sagt Vögele. Und wenn Ben und Ole ihre Ruhe wollen, dann legen sie sich auf ihre Hundekissen. Dort darf sie niemand stören.

Christian Walf
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