Ludwigsburg | 03. Januar 2017

Richtige Elektroplanung bei offenen Wohnbereichen

Hausbesitzer, die eine offene Wohngestaltung bevorzugen, sollten ganz besonders auf die Elektroausstattung achten. Bauträger oder Fertighausanbieter weisen Räume ohne Trennwände in vielen Fällen als nur ein Zimmer aus. Dadurch fällt die Anzahl der Steckdosen, Leuchten und Kommunikationsanschlüsse zu gering aus.

Die Initiative ELEKTRO+ rät Bauherren, auch bei einer offenen Wohnraumgestaltung schon in der Planungsphase auf eine umfangreiche Elektroausstattung zu bestehen. Foto: Elektro+
Die Initiative ELEKTRO+ rät Bauherren, auch bei einer offenen Wohnraumgestaltung schon in der Planungsphase auf eine umfangreiche Elektroausstattung zu bestehen. Foto: Elektro+

Bei einer Küchenparty oder einer großen Familie fehlt es beim Kochen dann schnell an Steckdosen für Pürierstab, Fritteuse oder Elektrogrill. Auch wer ein Heimkino mit vielen Lautsprecherboxen und stimmungsvollen Leuchten einrichten möchte, braucht eine ausreichende Elektroausstattung. Die Initiative ELEKTRO+ empfiehlt daher, die Aufnahme der Richtlinie RAL-RG 678 in die Bauleistungsbeschreibung. Diese gibt Aufschluss über die Mindestanforderungen an eine moderne und zukunftsfähige Elektroinstallation.

Bei der RAL-RG 678 zählen nicht die einzelnen Zimmer, sondern die verschiedenen Wohnbereiche – unabhängig von den Trennwänden. Für jeden Wohnbereich legt die RAL-RG 678 eine bestimmte Anzahl von Steckdosen, Leuchten- und Kommunikationsanschlüssen fest. Diese ist abhängig von der Raumgröße und dem Ausstattungswert.

Ausstattungswert eins – mit einem Stern – beschreibt den Mindestumfang der Elektroinstallation. Die Komfortausstattung mit drei Sternen benötigen Bewohner, die viele elektrische Geräte nutzen und Wert auf eine umfangreiche Ausstattung legen. Um den heutigen Komfort-Ansprüchen gerecht zu werden und weil die Anzahl der elektronischen Geräte stetig steigt, empfiehlt die Initiative ELEKTRO+ mindestens den Ausstattungswert zwei. Für eine Küche zwischen zwölf und 20 Quadratmetern sieht die RAL dann 18 Steckdosen und drei Leuchtenanschlüsse vor – im angrenzenden Esszimmer würden zusätzlich 16 Steckdosen und zwei Leuchtenanschlüsse zur Verfügung stehen.

Zur Vermeidung von Missverständnissen können Bauherren auf dem Bauplan die einzelnen Wohnbereiche mit Linien trennen. Es ist ratsam, diesen Bauplan zusammen mit der Richtlinie RAL-RG 678 in die Bauleistungsbeschreibung aufzunehmen. Erst dann kann der Bauherr die Umsetzung der Ausstattungswerte problemlos durchsetzen. Vernachlässigt der Bauherr die vertragliche Dokumentation über die Elektroausstattung, bezahlt er für jede Steckdose, die der Bauträger nicht eingeplant hat, einen teuren Aufpreis.

Das Argument, es gäbe zu wenig Wände für eine umfangreiche Elektroinstallation, kann nach den heutigen Standards nicht gelten. Auch der Boden bietet genug Fläche für eine ausreichende Ausstattung. In Fußbodenkanälen und Bodentanks können Steckdosen und Anschlüsse auch für Starkstrom und Kommunikation bodengleich untergebracht werden.

Info: In der Planungsphase verschafft die Broschüre „Raumplaner“ der Initiative ELEKTRO+ eine Übersicht zu den empfohlenen Ausstattungswerten. Diese können Interessierte auf der Webseite der Initiative kostenlos als PDF herunterladen. Daneben bietet die Initiative auch einen Online-Raumplaner mit Grundrissansicht auf Grundlage der RAL-Ausstattungswerte.Internet:www.elektro-plus.com

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