Gesunde Augen bis ins hohe Alter
Gut sehen können ist für viele Menschen selbstverständlich. Doch nach Einschätzung von Experten werden angesichts einer alternden Gesellschaft in Deutschland künftig immer mehr Menschen von Blindheit und Sehbehinderung betroffen sein. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind deshalb wichtig.

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Im Rahmen der Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober haben die Christoffel-Blindenmission, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband, der Berufsverband der Augenärzte, das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit, die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie die Selbsthilfevereinigung Pro Retina Deutschland eine Kampagne gestartet, damit Augenkrankheiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.
Dass es hier großen Aufklärungsbedarf gibt, bestätigen auch die Ludwigsburger Augenärzte Dr. Ina und Dr. Georg-Friedrich Kortüm.
Sie heben ebenfalls die Bedeutung regelmäßiger Untersuchungen hervor und stellen auch neue Therapiemöglichkeiten vor. Dabei werden die Augenkrankheiten, die für die meisten Erblindungen in Deutschland verantwortlich sind, mit den Lebensjahren immer häufiger.
Das trifft auch auf den grünen Star, das sogenannte Glaukom, zu. Das Krankheitsbild des grünen Stars, bei dem der Sehnerv abstirbt, ist durch die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung aber inzwischen mehr als früher in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Die beiden Augenärzte empfehlen, diese Untersuchung ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig durchführen zu lassen, damit eine Schädigung des Sehnervs rechtzeitig erkannt werden kann.
Ein erhöhter Augeninnendruck kann Anzeichen für ein Glaukom sein, doch nach Einschätzung der Mediziner sollte man sich nicht nur auf diese Messung verlassen. Auch bei Normalwerten könne ein Glaukom vorliegen und im Gegenzug könne ein höherer Augendruck bei vitalem Sehnerv und sehr dicker Hornhaut unbedenklich sein.
Völlig neue Therapiemöglichkeiten gibt es den Ludwigsburger Augenärzten zufolge bei der Behandlung der feuchten Makuladegeneration. Sie gilt als häufigste Ursache für Erblindung im Alter.
Es handelt sich um eine Erkrankung der Netzhaut im hinteren Bereich des Auges, an der Makula. Das Rauchen gilt als großer Risikofaktor für diese Erkrankung, bei der es zu schnell fortschreitendem Sehverlust kommt. Lange galt die Krankheit nicht als heilbar, den Ludwigsburger Augenärzten zufolge gibt es aber nun neuartige Medikamente, die direkt in das Auge injiziert werden.
„Hier wurden in jüngster Zeit große Fortschritte erzielt“, sagt Dr. Georg-Friedrich Kortüm. Neuerungen gibt es auch bei der Operation des grauen Stars, einer Trübung der Augenlinse. Die operativ eingepflanzten Kunstlinsen können nämlich nun auch gleichzeitig Kurz- oder Weitsichtigkeit ausgleichen, die Betroffenen brauchen dann keine Brille mehr.
Dr. Georg-Friedrich Kortüm rät außerdem vor allem Diabetikern, einmal im Jahr den Augenarzt aufzusuchen. „Es gibt sehr viele Diabetiker, die dies vernachlässigen, das ist ein großes Problem“, sagt der Ludwigsburger Augenarzt. Dabei gehören Augenerkrankungen zu den häufigsten Folgeschäden der Zuckerkrankheit, die unbehandelt zur Erblindung führen.
Mit modernen Untersuchungsmethoden können Augenärzte erste Anzeichen der gefährlichen Gefäßveränderungen am Auge entdecken, lange bevor das Sehvermögen der Patienten nachlässt. Diabetiker haben bekanntlich eine zu hohe Zuckerkonzentration im Blut und darunter leiden vor allem feine Blutgefäße wie jene, die die Netzhaut des Auges mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.
Angelika Baumeister
12. Oktober 2011