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gesund & aktiv

Linderung bei schmerzenden und knirschenden Gelenken

(jüs) – Kaum ein Mensch ist ab einem gewissen Alter vor Arthrose verschont. Die Folgen der Gelenkabnutzung sind eine der häufigsten Anlässe, die Patienten zum Arzt treibt. Welche Behandlungsmöglichkeiten die Medizin heute hat, wird bei einer Expertenrunde bei der „gesund & aktiv 2012“ vorgestellt.

Bilder: privat

„Der Gelenkabnutzung liegt oft nicht nur eine Ursache zugrunde“, erklärt Professor Dr. Markus Arand, der seit 2008 die Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie am Klinikum Ludwigsburg leitet. Sowohl anlagebedingte Faktoren, wie auch besondere Beanspruchung könnten die Entstehung von Arthrose begünstigen. Hinzu kommen Faktoren wie Verletzungen oder Entzündungen.
Je nach dem Grad der Gelenkabnutzung kommen entweder konservative oder auch operative Behandlungsmethoden infrage. „Entscheidend ist die enge Verzahnung von physiotherapeutischer und ärztlicher Behandlung,“ betont Dr. Hans-Herrmann Moll. Auch vor operativen Eingriffen müsse das Gelenk zunächst schmerzfrei gestellt und das Gelenkspiel vergrößert werden. Der Orthopäde, der in Ludwigsburg seit über 20 Jahren eine Praxis betreibt, setzt dabei auf eine Stufentherapie, die auf die Bekämpfung des Akutschmerzes und die Wiederherstellung der Beweglichkeit und Stabilität des betroffenen Gelenks setzt.
Den Beitrag der Physiotherapie bei der Arthrosebehandlung stellt in der Expertenrunde im Theatersaal des Forums, Roman Rietzschel vor. Der Leiter von Medikus, der physiotherapeutischen Abteilung des Gesundheitszentrums Ludwigsburg, ist durch umfangreiche Zusatzausbildungen Fachmann in der Behandlung bei arthrotischem Gelenkverschleiß. „Durch Physiotherapie kann die Beweglichkeit des Gelenks und ein muskuläres Gleichgewicht wieder hergestellt werden“, erklärt Rietzschel. Und das trage auch dazu bei, die Schmerzen zu lindern und neuerlichen Gelenkversteifungen vorzubeugen.
Nicht immer kommen Arthrose-Patienten allerdings um einen chirurgischen Eingriff herum. Der sei häufig nicht vermeidbar, da die zellfreie Gelenkinnenflüssigkeit im Rahmen einer Abnutzung durch Zellpartikel belastet werde, erläutert Unfallchirurg Arand.
Das führe zu entzündlichen Veränderungen sowie Milieustörungen in der Flüssigkeit und damit wieder zu einer verstärkten Gelenkabnutzung. Und wenn die Abnutzung soweit fortgeschritten sei, dass „Knochen auf Knochen reibt“, seien konservative Methoden häufig nicht erfolgversprechend, sagt Moll.
Eine Thema in der Expertenrunde werden auch die neuesten Arthrose-Behandlungsmethoden wie das ACP-Verfahren sein. Dabei wird patienteneigenes Blutplasma in das betroffene Gelenk gespritzt, damit Wachstumsfaktoren der Blutplättchen eine Regeneration des Knorpels anregen.

14. Januar 2012
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