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Schulmedizin und Naturheilverfahren als Ergänzung

(jüs) – Über 70 Prozent der Deutschen haben Umfragen zufolge schon alternative Heilmethoden in Anspruch genommen oder wollen dies tun. Dass sich Schulmedizin und alternative Ansätze keineswegs ausschließen, sondern sehr gut ergänzen, erläutern zwei Ärzte und ein Heilpraktiker bei einer Expertenrunde der Ludwigsburger Gesundheitsmesse.

Bilder: privat
Archivbild: rz

Unter den alternativen Heilmethoden finden sich zum einen die spirituellen, intuitiven Methoden der Erfahrungsmedizin, zum anderen die traditionellen Methoden der Naturheilkunde sowie die Komplementärmedizin. Zur Komplementärmedizin gehören beispielsweise Methoden der Pflanzenheilkunde, Akupunktur, Orthomolekularmedizin (Therapie mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen), Entspannungstechniken, Naturheilverfahren oder Ernährungstherapie, wie einer der Fachleute in der Runde, Dr. Markus Pfisterer, erläutert. Der Arzt für Naturheilverfahren betreibt in Heilbronn seit elf Jahren eine Praxis. Allen Therapierichtungen der Komplementärmedizin gemeinsam sei die naturwissenschaftliche Orientierung. „In der Praxis habe ich beste Erfahrungen mit der Komplementärmedizin etwa bei der Behandlung von Tumorpatienten, Allergikern oder Patienten mit chronischen Infektionen wie mit Borrelien gemacht“, sagt Pfisterer.

Auf komplementären Heilverfahren zur Behandlung von Krebserkrankungen setzt die Biomed-Klinik Bad Bergzabern, die Dr. Friedrich Migeod seit 2008 leitet. Der Internist und Onkologe beschreibt den Ansatz der integrativen Krebsmedizin als „Kombination allgemein angewandter Methoden der Krebstherapie mit Methoden der Naturheilverfahren, Psychotherapie, Immuntherapie, Ernährungs- und Sportwissenschaften sowie physikalischen Therapie inklusive Hyperthermie.“
Die Region um Ludwigsburg kennt Migeod auch aus eigener beruflicher Erfahrung. Von 1995 bis 1998 war er leitender Arzt der privaten Leonardis-Klinik Kornwestheim, die ebenfalls auf eine Mischung aus konventionellen und alternativen Methoden zur Krebsbehandlung setzte.
Die Expertenrunde komplettiert der Heilpraktiker Arnold Erpenbach. Er praktiziert seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten in Ludwigsburg. Auch Erpenbach sieht Schul- und Alternativmedizin nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzungen. So nutzt die Praxis in der Diagnose schulmedizinische Untersuchungsmethoden, wie bildgebende Verfahren, also etwa Ultraschall, und labormedizinische Tests. Wie diese Ergebnisse dann in nicht-schulmedizinische ganzheitliche Behandlungskonzepte einfließen, wird der langjährige Heilpraktiker im Forum am Schlosspark in der Expertenrunde erläutern. Arnold Erpenbach ist auch seit langer Zeit Vorsitzender des Kneipp-Vereins Ludwigsburg.

07. Januar 2012
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