

Bundesapothekerkammer „Medikamente: Abhängigkeit und Missbrauch“.
Das betrifft Nasensprays, -tropfen und -gele mit den Wirkstoffen Xylometazolin, Oxymetazolin, Tramazolin und Naphazolin. Kurzfristig angewendet führen diese zu einem Abschwellen der Nasenschleimhaut und zu verminderter Schleimbildung.
Bei längerem Einsatz kann die Schleimhaut in der Nase aber anschwellen, dadurch wird subjektiv eine wiederholte Anwendung nötig. Bei Langzeitgebrauch dieser Schnupfensprays kann sich somit eine medikamentös bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis medicamentosa) entwickeln. Die Folge: In immer kürzeren Abständen sind immer höhere Dosierungen des Schnupfensprays nötig.
Der Dauergebrauch kann auch die physiologischen Funktionen der Nasenschleimhaut einschränken. „Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Auch Arzneimittel der Selbstmedikation können missbräuchlich angewendet werden,“ sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Missbrauch gehe nicht zwangsläufig mit einer psychischen Abhängigkeit einher. Bei Schnupfensprays zeige sich der Missbrauch in zu häufiger Anwendung oder zu hohen Dosierungen.
„Patienten, die auf ein abschwellendes Nasenspray nicht mehr verzichten können, sollten mit ihrem Arzt oder Apotheker über mögliche Alternativen oder eine Entwöhnung sprechen“, betont Professor Schulz. Um auf das Problem des Medikamentenmissbrauchs hinzuweisen, hatten die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) und der Deutsche Olympische Sportbund Anfang November 2011 ein gemeinsames Symposium veranstaltet.
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