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Wenn Schlemmerei auf den Magen schlägt

Zum Frühstück Stollen, mittags ein opulentes Menü, danach Kaffee mit Buttergebäck und am Abend delikate Häppchen sowie einen guten Wein. An den Weihnachtsfeiertagen wird wieder mächtig geschlemmt. Die Folgen: Verdauungsprobleme wie Sodbrennen, Völlegefühl und Blähungen. Doch das muss nicht sein.

„Wir essen gerade über die Weihnachtsfeiertage zu viel, zu süß und zu fett“, sagt Dr. Brigitte Mußgay vom Ernährungszentrum Mittlerer Neckar des Landkreises.
Sie gibt Tipps, wie man die unangenehmen Begleiterscheinungen vermeiden kann. Ob Sodbrennen oder Blähungen – die Ursachen sind immer die gleichen: Laut der Gastro-Liga stimulieren gerade Fett sowie Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Schokolade die Säurebildung im Magen.
Auch wer zu große, volumenreiche Mahlzeiten zu sich nimmt, muss sich nicht über saures Aufstoßen, Magenschmerzen oder Blähungen wundern. Gerade die reichhaltigen Mahlzeiten über Weihnachten belasten Magen und Darm übermäßig. Da bleibt dann oft nur der Gang zum Medikamentenschrank und die Hoffnung, dass ein Mittelchen gegen diese Beschwerden vorrätig ist. Doch man kann solchen Begleiterscheinungen des guten Essens auch vorbeugen.
Dr. Brigitte Mußgay empfiehlt beispielsweise, ein Festmenü mit leichteren Zutaten zu zaubern. Es könne ja auch mal Fisch, Pute, Kaninchen, Lamm oder ein vegetarisches Gericht statt des üblichen Gänsebratens sein.
Salzkartoffeln würden sich überdies als leichte Beilage eignen. Falls doch ein üppiges Mahl geplant sei, dann eigne sich ein leichter Nachtisch, beispielsweise ein erfrischendes Joghurt- beziehungsweise Quarkdessert oder Rote Grütze.
Da vor allem Bitterstoffe aus Salaten und Gemüsen die Verdauung anregen, empfiehlt sie als Vorspeise Saisonsalate wie Endivien, Chicoree, Radicchio oder Rucola. Artischockengemüse als Beilage würde außerdem helfen, Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen zu lindern oder zu vermeiden. Sehr empfehlenswert seien auch die Bitterstoffe aus der Grapefruit.
Dr. Mußgay nennt noch weitere gesunde Obstsorten, die verdauungsfördernde Enzyme und Ballaststoffe enthalten: Neben Ananas seien es Papaya, Feigen und Kiwi. Aus diesen Obstsorten könne man nicht nur ein Frühstücksmüsli, sondern auch einen Obstsalat oder einen Obstkuchen zubereiten.
Kräuter und Gewürze machen ebenfalls ein Gericht gut verträglich. Eine verdauungsanregende Wirkung haben der Fachfrau zufolge Basilikum, Thymian, Wacholderbeeren, Rosmarin, Liebstöckel und Oregano beziehungsweise Majoran. Wer den Gerichten beispielsweise Fenchel- oder Kümmelsamen zufüge, beuge Blähungen vor.
Auch Koriander und Knoblauch steigern der Fachfrau zufolge die Bekömmlichkeit. „Knoblauch ist nicht nur ein gutes Mittel gegen Blähungen, sondern auch ein gut wirkendes Darm-Antibiotikum“, sagt Dr. Mußgay. Ihrer Erfahrung nach steigern außerdem die bekannten Gebäckgewürze Anis, Nelken, Kardamom sowie Ingwer die Produktion der Verdauungssäfte. Neben kandiertem Ingwer seien in den Supermärkten auch frische Ingwerknollen erhältlich, die beispielsweise stückchenweise dem Tee zugefügt werden könnten.
Abwarten und Tee trinken lautet außerdem das Motto, wenn einen Völlegefühl sowie Unwohlsein plagen. Nicht nur der Ingwer-, sondern auch der altbekannte Pfefferminztee fördert der Ernährungsfachfrau zufolge die Verdauung.
Gegen Blähungen helfe außerdem ein Tee aus Kümmel- und Fenchelsamen, Pfefferminzblättern und Kamillenblüten. Alles sollte zu gleichen Teilen aufgebrüht werden.
Ihr Rezept für einen beruhigenden Magentee: 30 Gramm Kamillenblüten, je 20 Gramm Johanniskraut und Melissenblätter sowie je zehn Gramm Wermutblätter, Anisfrüchte und Fenchelfrüchte.
Von dieser Mischung einen Esslöffel pro Tasse verwenden, mit heißem Wasser aufgießen und fünf Minuten ziehen lassen. Um den Muskeltonus von Magen und Darm anzuregen, empfiehlt sie außerdem Angelikawurzel, Bitterklee, Salbei, Kurkuma, Zimtrinde, Schafgarbe und Melisse. Dr. Mußgay nennt auch noch ein altes Mittel gegen Sodbrennen: Natriumhydrogencarbonat, auch besser bekannt als Natron, Bullrichsalz oder Backsoda.
Viele schwören auf einen Kräuterschnaps, um die Verdauung in Gang zu bringen. Laut der Organisation „Foodwatch“ sind es auch hier lediglich die Kräuterauszüge, die helfen. Die Kräuter frisch im Essen oder als Tee zu sich zu nehmen, sei dabei wesentlich gesünder und wirkungsvoller, heißt es bei Foodwatch. Weitere wichtige Ratschläge von Dr. Brigitte Mußgay: Viel Tee oder Wasser über den Tag verteilt trinken und kohlensäurehaltige Getränke am besten vermeiden.
Außerdem sollte man langsam essen und immer gut kauen, sich also für das Essen richtig Zeit nehmen. Was außerdem die Verdauung gehörig auf Trab bringe: ein langer Spaziergang an der frischen Luft.

Angelika Baumeister
21. Dezember 2011
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