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IMMO
KREIS LUDWIGSBURG

Die „goldenen Regeln“ der Baufinanzierung

Ludwigsburg – (fk) Die Zinsen befinden sich auf einem historischen Tiefstand. Da wird der Erwerb einer Immobilie für viele interessant. Eine solide Finanzplanung sollte aber nicht vernachlässigt werden. Warum, erklärte Stephan Wolf, Vorstand der Ludwigsburger SRW Finanzplaner AG, bei der Immo 2011 der Ludwigsburger Kreiszeitung.

Bild: Wolschendorf

Wird im Wohnzimmer Parkett oder Laminat verlegt? Wie ist die Küche ausgestattet? Welche Farben haben die Fliesen im Badezimmer? Immobilienkäufer nehmen sich viel Zeit für diese Fragen, schließlich wohnen sie in der Regel den Rest ihres Lebens in dem Objekt.
Unter den Tisch fällt dabei häufig eine gründliche Finanzierungsplanung. „Die niedrigen Zinsen verführen viele Leute, ans Limit zu gehen“, sagt Stephan Wolf und empfiehlt, die kaufmännischen Aspekte beim Immobilienerwerb nicht außer Acht zu lassen.
Er stellt fünf „goldene Regeln“ auf, die berücksichtigt werden wollen: das Eigenkapital, Einkommen und Liquidität, Bonität, eine genaue Analyse der Immobilie selbst und staatliche Fördermöglichkeiten.
Zunächst gelte es, alle zur Verfügung stehenden Geldquellen auszumachen: Guthaben auf Girokonten, Festgelder, Bausparverträge, Wertpapiere, Auszahlungen aus Lebensversicherungen oder Schenkungen und Privatkredite aus dem Familienkreis. Bürgschaften seien mit Vorsicht zu genießen.
„20 Prozent des Kaufpreises sollte man als sofort verfügbares Kapital haben“, so der Finanzplaner. Je höher das Eigenkapital, umso niedriger der Zinssatz des Kredits und umso höher die Tilgungsrate. Bei der Vergabe von Krediten gelte: „Ein Angestellter einer großen Firma bekommt leichter eine Finanzierung als ein selbstständiger Handwerksmeister.“
Als Orientierungshilfe für den monatlichen Finanzierungsaufwand nennt Wolf die Kaltmiete zuzüglich freier Sparraten. Denn wer in der Vergangenheit nichts gespart habe, könne die Kreditinstitute nur schwer davon überzeugen, dass er in Zukunft Geld zur Seite legen wird.
Vor der Kreditvergabe holen die Banken Informationen bei der Schufa ein. Diese Möglichkeiten haben auch Kreditnehmer: Die Schufa bietet auf ihrer Internetseite eine Selbstauskunft an.
Wolf weist darauf hin, dass neben dem Kaufpreis weitere Ausgaben anfallen: 3,5 Prozent für die Grunderwerbssteuer, 1,5 Prozent Notarkosten und eventuell 3,5 bis sechs Prozent Maklergebühren.
Wolf empfiehlt Immobilienerwerbern darüber hinaus, sich ein finanzielles Polster anzulegen und die größeren Anschaffungen für die nächsten drei bis fünf Jahre sowie zusätzlich drei bis sechs Nettomonatsgehälter einzukalkulieren.
Wer staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen will, muss diese vor dem Kauf bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen. „Nachträglich ist das nicht mehr möglich.“

18. Oktober 2011