Einspruch
15. Februar 2017

Ulrike Folkerts wünscht sich spannendere Krimis

Sie ist die dienstälteste «Tatort»-Kommissarin. Ulrike Folkerts hat viel Erfahrung und ärgert sich über Klischees.

Ulrike Folkerts
Ulrike Folkerts 2014 in Hamburg. Foto: Ulrich Perrey
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Hamburg (dpa) - Schauspielerin Ulrike Folkerts wünscht sich mehr Spannung in deutschen Krimis. Die 55-Jährige spielt die «Tatort»-Kommissarin Lena Odenthal, die seit 1989 im Amt ist und bald ihren 65. Fall zu lösen hat.

«Ich liebe gute, spannende Krimis, aber die gibt es viel zu selten beim "Tatort". Zumindest in der Form, dass man regelrecht in die Spannung reingezogen wird, Angst um eine Person bekommt und am Ende eine überraschende Wendung stattfindet, mit der niemand gerechnet hat», sagte die Schauspielerin im Interview mit der Zeitschrift «Hörzu».

Es öde sie an, brave Polizeiarbeit zu dokumentieren, «besonders wenn der Zuschauer mehr weiß als der Kommissar und der erst nach dem sechsten Verdächtigen eine siebte Person als Mörder überführt. Noch schlimmer ist, wenn der Mörder zuvor 50 Minuten im Off war und dann aus dem Hut hervorgezaubert wird.» Aufgeben möchte Folkerts ihre «Tatort»-Rolle aber auf keinen Fall. «Ich wünsche mir natürlich - für Lena und für mich -, alt zu werden und ein bisschen verrückt zu bleiben. Und dann einen guten Abgang zu machen», sagte Folkerts. «Es wäre schön, wenn sie sich am Ende ihrer Tage noch mal verliebt und in die Sonne reitet.»

Lena Odenthals nächster Fall «Babbeldasch» ist als Experiment angelegt: «Statt einem klassischen Drehbuch gab es diesmal nur eine Vorform mit Bildern, und wir haben alles chronologisch sowie ohne vorgegebene Dialoge gedreht», sagte Folkerts. «Außerdem wusste ich nicht, wer der Mörder ist.» Das Erste zeigt den Film am 26. Februar.

Pressemitteilung

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